Nach Raketentest Trump schließt Militäraktion gegen Iran nicht aus

Mit einem Raketentest hat der Iran US-Präsident Trump verärgert. Waffen des getesteten Typs ließen sich auch mit Atomsprengköpfen bestücken – allerdings besitzt der Iran keine solchen. Dennoch droht Trump Reaktionen an.
Update: 03.02.2017 - 06:47 Uhr 10 Kommentare
Der Iran feuert immer wieder Raketen ab (Archivfoto vom 29. Dezember 2016). Nun nimmt die US-Regierung dies als Steilvorlage für eine aggressivere Haltung gegenüber dem Land. Quelle: AP
Rakete im Iran

Der Iran feuert immer wieder Raketen ab (Archivfoto vom 29. Dezember 2016). Nun nimmt die US-Regierung dies als Steilvorlage für eine aggressivere Haltung gegenüber dem Land.

(Foto: AP)

Washington/BerlinDie US-Regierung unter Donald Trump bereitet nach Informationen aus Sicherheitskreisen Sanktionen gegen Iran vor. Die schon für den (heutigen) Freitag vorgesehenen Strafen folgten auf den jüngsten iranischen Raketentest, teilten mit der Sache vertraute US-Vertreter mit. Die Sanktionen könnten demnach bis zu zwei Dutzend Iraner, Unternehmen sowie Behörden treffen.

Gegen rund acht Einrichtungen oder Individuen gebe es Vorwürfe im Zusammenhang mit Terror, gegen 17 weitere in Verbindung mit Raketen. Aus dem Kreis der Informierten verlautete, die neuen Strafmaßnahmen seien so ausgelegt, dass sie nicht gegen die Nuklearvereinbarung von 2015 verstoßen.

Die neuen Sanktionen seien schon länger in Vorbereitung gewesen, sagten die Insider. Der Raketentest habe Trump schließlich mit dazu veranlasst, die Strafmaßnahmen einzuleiten. Von der US-Regierung gab es zunächst keine Stellungnahme.

Das Weiße Haus und das Außenministerium wollten die Angelegenheit nicht kommentieren. Republikaner und Demokraten hatten Trump zuvor aufgefordert, den iranischen Raketentest vom Sonntag nicht ungestraft zu lassen. Mehr als ein Dutzend Politiker appellierten in einem Schreiben an den Präsidenten, die Anführer im Iran müssten ausreichend Druck spüren, um solche destabilisierenden Aktivitäten zu beenden.

Scharfe Töne von Trumps Regierung – Folgen neue Sanktionen?

Auf bereits vorher geäußerte Drohungen der Vereinigten Staaten reagierte der Iran unterdessen wütend. Ein Berater von Ajatollah Ali Chamenei, Ali-Achbar Welajati, sagte diese Woche voraus, die USA würden der Verlierer sein. „Es ist nicht das erste Mal, dass eine naive Person aus den USA Iran bedroht“, sagte er einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge.

Nach dem jüngsten Raketentest des Iran ließ US-Präsident Donald Trump zunächst offen, wie die Reaktion seines Landes darauf ausfallen würde. Es sei „nichts ausgeschlossen“, sagte der Republikaner am Donnerstag auf die Frage, ob er auch militärische Optionen erwäge.

Die Islamische Republik hatte am Wochenende eine Mittelstreckenrakete getestet. Es war die erste derartige Erprobung seit dem Amtsantritt Trumps am 20. Januar. Die US-Regierung hatte den Iran deswegen schon am Mittwoch „verwarnt“. Die Führung in Teheran wies die Kritik zurück. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums bezeichnete die Diskussion in den USA als „grundlos und provokativ“.

Nach Angaben von US-Regierungsmitarbeitern zieht Präsident Donald Trump im Verhältnis zum Iran „eine ganze Reihe von Optionen“ in Erwägung. Dazu gehörten auch militärische Optionen. Aber auch strengere Sanktionen seien möglich, schrieb das „Wall Street Journal“.

Der US-Kongress arbeitet den Berichten zufolge an einer Maßnahme gegen die iranischen Revolutionsgarden. Diese könne frühestens im März fertig ausgearbeitet sein. Die Garde hat seit einiger Zeit mehrere provokative Akte, etwa gegen Handelsschiffe im Persischen Golf ausgeführt.

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10 Kommentare zu "Nach Raketentest: Trump schließt Militäraktion gegen Iran nicht aus"

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  • @ Herr Tomas Maidan

    >> Für ein Land wie Russland, das ausser Öl und Gas eigentlich keine gescheiten Produkte exportiert >>

    Wie der Name Maidan schon verrät, muss es sich bei diesem Propagandisten um einen Systemlügner aus der Ukraine handeln.

    Neben Gas- und Öl exportiert Russland noch Kernkraftwerke, Trägerraketen für Satelliten, Waffen aller Art und Gattungen, Holz, Edelmetalle, Eisenerzeugnisse, Maschinen, Autos ( Lada - Niva ),Software für westlichen Firmen ( Joint-Ventures )............und vieles, vieles mehr !

    Die Ukraine exportiert Korruption, Kleptokratie, Oligarchie, Russophobie, Neonazionalismus, Faschismus, Lügen und Hass !

  • Das einzig Gute an Trumps Kriegszündelei im Nahen Osten ist, dass der Ölpreis in die Höhe geht. Für ein Land wie Russland, das ausser Öl und Gas eigentlich keine gescheiten Produkte exportiert (weil die klügsten Köpfe nur mit Propaganda beschäftigt sind), ist dies überlebenswichtig. So gesehen haben sich die russischen Mühen, diesen irren Trump an die Macht zu bringen, bereits ausgezahlt. Glückwunsch.

  • Nanu? Hatten uns die Trumpisten ihren Kandidaten nicht als einen kommenden Friedenspräsidenten verkauft? Immer wieder war von ihnen zu lesen, dass Clinton den dritten Weltkrieg auslösen würde - Trump dagegen zu einer Entspannung beitragen würde. Das war damals natürlich bereits eine lächerliche Propaganda. Und nun sieht man die Realität: Trump droht dem Iran. Und Iran wird vermutlich weiter eskalieren. Können mir die Trump.Fans dies mal bitte erklären?

  • @Herr Keil

    Wenden Sie doch einfach die "Whatever it takes!"-Rede des aktuellen Notenbankchefs der EZB auf den ausgeprägten Willen zum Machterhalt besagter Dame an und Sie haben ihre Antwort.

  • Sehr geehrter Nutzer,  unsere Redakteurinnen und Redakteure stehen mit ihrem Namen für ihre Arbeit ein. Wir wollen einen Austausch auf Augenhöhe und bitten daher unsere Leser, sich ebenfalls mit ihren richtigen Namen an der Diskussion zu beteiligen: Weil wir glauben, dass ihre Meinung so an Gewicht gewinnt. Wie in unserer Netiquette angekündigt, möchten wir auch Sie bitten kein Pseudonym zu verwenden, sondern sich mit Ihrem Klarnamen an der Diskussion zu beteiligen. Bislang verwenden Sie nur einen Nicknamen. Bitte holen Sie daher die Angabe Ihres Klarnamens in den Feldern „Vorname“ und „Nachname“ in den kommenden vier Wochen nach. Andernfalls sehen wir uns gezwungen, Ihren Account für die Kommentierung unserer Beiträge zu sperren. Die notwendigen Eintragungen bzw. Änderungen Ihrer persönlichen Daten können Sie nach dem Login unter http://www.handelsblatt.com/meinhandelsblatt/ unter dem Punkt „Benutzerdaten“ vornehmen.  Vielen Dank für Ihr Verständnis  Mit freundlichen Grüßen Ihre Redaktion

  • Ein aktuelles Gedankenspiel: Würde Merkel Deutschland im Iran einmarschieren lassen?
    Die ersten Verlautbarungen von Frau Merkel zu dem neuen US-Präsidenten Trump geben noch kein verlässliches Bild, wie denn Frau Merkel mit dem neuen republikanischen Präsidenten umgehen wird. Wenn wir diese Frage analysieren wollen, sollten wir auch einen Blick in die Geschichte werfen. Wie ist denn Frau Merkel mit dem letzten republikanischen US-Präsidenten vor Trump, also George W. Bush, umgegangen?
    Wir erinnern uns, dass sie 2003 als CDU-Vorsitzende und Oppositions-Führerin dem damaligen Kanzler Schröder in den Rücken gefallen ist und für die Teilnahme Deutschlands am Irak-Krieg plädiert hatte ("der Angriff auf den Irak sei eine unumgängliche Schadensbegrenzung", FAZ vom 27.3.2003). Sie reiste extra in die USA, um Bush zu versichern, dass nicht alle Deutschen der Meinung der Schröder-Regierung seien, dass Deutschland nicht am Einmarsch in den Irak teilnehmen solle. Diese ihre Verstrickung leugnete sie später vehement (kleine Abschweifung zu ihrem Verhältnis zur Wahrheit). Zum Glück für Deutschland war damals Schröder Kanzler und hat, wie wir heute wissen, mit Recht Bush die Stirn geboten. Übrigens hatte Frau Merkel dieses vorbildliche Verhalten von Herrn Schröder in ihrer Bundestagsrede vom 13.9.2002 als den "schamlosesten Betrug am Wähler" denunziert! Welch eine Fehleinschätzung!
    Die Frage ist nun: wird Merkel auch einem Trump die Stirn bieten. Die ersten Merkel-Statements im Hinblick auf die Einhaltung von Werten sind noch wenig konkret. Konkreter ist die zur Unzeit hinausposaunte, unwidersprochene Ankündigung von Frau von der Leyen, für die Bundeswehr neue Transportflugzeuge in den USA bestellen zu wollen. Und der Unionspartner von Frau Merkel, Herr Seehofer, lobt schon mal Trump, während Merkel ihren Kanzleramtsminister Altmeier Trump's erste Schritte in die Autokratie immer noch beschwichtigen und schönreden läßt.
    Mein Bauchgefühl läßt nichts Gutes erwarten. Auch wenn ich...

  • Die Muuuhlas aus dem IRAN verfolgen eine relativ einfache Strategie.

    Eigentlich wären jetzt alle Voraussetzungen dafür da, dass der IRAN in die Normalität über gehen könnte. Aber wenn immer mehr Reichtum und Wohlstand ins Land kommen würde, würden auch immer mehr Menschen sich vom radikalen Islam abwenden. Schlimmer noch, irgendwann würde das volk damit beginnen, dass sie demokratische Verhältnisse wollen.

    Das wäre aber der Karriere -Tod der Muuuhla Regierung.

    Heute sieht es im IRAN so aus, dass die Muuuhlas alles haben, was sie wollen:
    - Alkohol
    - Frauen
    - volle Verfügung über alle Reichtümer des Landes.

    Sie leben, wie die Made im Speck. Warum also sollten sie das Volk in die Normalität entlassen. Also machen sie Ärger mit der Welt, nur um sich weiterhin abschotten zu dürfen.

  • Hallo Herr Mondfahrt...Vielleicht ein Punkt gegen ihre Verschwörungstheorie. ....

    Die USA haben durch die neuen Förderverfahren, das sogenannte Fracking (3D Seismik verbunden mit Horizontalbohren und Fracking) mittlerweile einen Erdgasüberschuss. Bei einem Erdölpreis > 80$/bl. kann eine weitgehende Unabhängigkeit von Erdölimporten innerhalb weniger Jahre erreicht werden.

  • Leider ist es so einfach wie es aussieht: der größte Teil der amerikanischen Außenpolitik lässt sich auf eine einfache Statistik zurückführen. Die beinhaltet die weltweit vorhandenen Lagerbestände an Erdöl und Erdgas. Zu den Erdgasbeständen:
    https://de.statista.com/infografik/2030/die-10-laender-mit-den-groessten-erdgasreserven/
    Hier wird klar, dass Russland und der Iran alleine soviel explorierte Erdgaslager besitzen wie der Rest der Welt zusammen. Es gibt Gruppen in den USA, die an diese Bestände wollen und seit undenklichen Zeiten die amerikanische Außen-und Militärpolitik bestimmen. Dumm, dass sich die Deutschen vor diesen Karren spannen lassen,

  • Wenn Trump wirklich eine militärische Aktion gegen den Iran durchführen läßt, wird das sehr blutig werden - vom politischen Schaden der bloßen Ankündigung ganz abgesehen.

    Iran hat alle Abkommen eingehalten.
    Das zarte Pflänzchen der Normalisierung der Beziehungen zum Iran sollte man nicht leichtfertig (bzw. wie bei Trump aus reiner politischer Dummheit) beschädigen.

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