Nach Rückkehr aus Syrien
Deutscher Islamist verurteilt IS-Miliz

Fertig sei er mit der Miliz, berichtet ein deutscher Aussteiger der Terrorgruppe Islamischer Staat. Weil er in Verdacht geriet, ein Spion zu sein, verbrachte er seine Zeit in Syrien in Haft. Nun packt er aus.
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MünchenEin inhaftierter deutscher Islamist und Syrien-Rückkehrer hat der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) Gräueltaten und Paranoia vorgeworfen. „Der Islamische Staat hat nichts mit dem Islam zu tun“, das Gefängnis in Deutschland sei ihm „lieber als Freiheit in Syrien“, sagte der 26-jährige Wolfsburger Ebrahim B. in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR. Er sei fertig mit der IS-Miliz.

Es sei das erste Mal, dass sich ein deutscher IS-Kämpfer öffentlich gegen die Gruppe stelle, berichteten die drei Medien. In dem Interview sagte Ebrahim B., weil er in den Verdacht geriet, ein Spion zu sein, sei er in eine blutverschmierte Zelle gesperrt worden. Eine Leiche mit abgetrenntem Kopf sei zu ihm gebracht worden.

Bei der IS-Miliz gebe es eine Art Verfassungsschutz, in dem deutsche Kämpfer das Sagen hätten, sagte der 26-Jährige dem Bericht zufolge bei der Polizei aus. Die Angst beim IS vor Spionen gleiche einer Paranoia. Er selbst sei wohl unter Verdacht geraten, weil er Mitglied der SPD sei.

Der gelernte Massagetherapeut hatte sich nach Angaben der Medien im Sommer 2014 in Syrien und im Irak aufgehalten. Er gehört demnach zu einer Gruppe von etwa 20 Wolfsburger Islamisten, die sich seit 2013 auf den Weg ins Kriegsgebiet gemacht haben. Ebrahim B. ist seit Mai wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Im August soll ihm vor dem Oberlandesgericht Celle der Prozess gemacht werden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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