Nach Rücktritt: Papst Benedikt bleibt „seine Heiligkeit“

Nach Rücktritt
Papst Benedikt bleibt „seine Heiligkeit“

Seit vielen hundert Jahren ist kein Papst mehr zurückgetreten. Das wirft wichtige Fragen auf: Wie soll ein Kirchenoberhaupt nach seiner Amtszeit angesprochen werden? Und wie darf er sich noch kleiden?
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RomPapst Benedikt XVI. wird auch nach seinem Rücktritt am Donnerstag den Titel "seine Heiligkeit" behalten. Ein Sprecher des Vatikans gab am Dienstag die Vereinbarungen für Benedikts künftige Anrede und Kleidung bekannt. Da seit etwa 600 Jahren kein Papst mehr zurückgetreten ist, war das genaue Vorgehen unklar.

Dem Sprecher zufolge wird der scheidende Papst entweder "emeritierter Papst Benedikt XVI." oder "emeritierter Römischer Pontifex Benedikt XVI." genannt werden. Sein Siegelring wird entsprechend der Tradition zerstört.

Als Kleidung seien ein "einfacher weißer Talar" sowie braune Schuhe vorgesehen, die ihm im vergangenen Jahr ein Schuhmacher in Mexiko geschenkt habe. Benedikt habe die Entscheidungen nach Rücksprache mit Mitarbeitern des Vatikans getroffen.

Der deutsche Papst hatte vor zwei Wochen überraschend seinen Rücktritt zum 28. Februar angekündigt und dies mit seiner Gesundheit begründet. Üblicherweise wird das Amt bis zum Tode ausgeübt. Am Mittwoch sollte Benedikt seine letzte Generalaudienz auf dem Petersplatz abhalten und am Donnerstag mit Kardinälen zusammentreffen, bevor er dann zur päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom aufbrechen wird.

Das Konklave zur Wahl des neuen Papstes soll in den darauffolgenden Tagen zusammenkommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Rücktritt: Papst Benedikt bleibt „seine Heiligkeit“"

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  • Auch Herr Ratzinger ist meiner Ansicht nach Opfer der röm.-kath. Kirche

    Die abrahamitischen Religionen indoktrinieren die Menschen von klein auf. Herr Ratzinger hat nicht als Erwachsener zu seinem Glauben gefunden, sondern ist von klein auf katholisch geprägt worden.

    Ich kann Eltern nur davor warnen, Kleinkinder taufen zu lassen und Kinder den anachronistischen Geschichten der christlichen Kirchen auszusetzen. Insbesondere sollte man den Unsinn von Teufel und Hölle Kindern ersparen.

    Ich bin gerne bereit, gegenüber Print- und Internetmedien, zum Unterschied zwischen religiöser Weltsicht und rationaler Welterklärung Stellung zu nehmen.

    Joachim Datko - Physiker, Philosoph
    Forum für eine faire, soziale Marktwirtschaft
    http://www.monopole.de

  • Braune Schuhe sind gut, aber nicht nach 18:00h.

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