Nach russischen Hackerangriffen Barack Obama spricht von Vergeltung

Deutlich wie nie hat Noch-US-Präsident Barack Obama Vergeltung angekündigt – für die auf russische Hacker zurückgeführten Cyberattacken. Auch zu deren Zusammenhang mit Hillary Clintons Wahlniederlage äußerte er sich.
Update: 16.12.2016 - 09:18 Uhr 10 Kommentare

So nicht – Putins Hackerangriff soll Konsequenzen haben

WashingtonDer Streit zwischen den Atommächten USA und Russland über Hackerangriffe während des US-Wahlkampfs spitzt sich zu: US-Präsident Barack Obama kündigte am Donnerstag (Ortszeit) einen nicht näher bezeichneten Gegenschlag an. „Ich denke, es gibt keinen Zweifel daran, dass wir handeln müssen, wenn eine ausländische Regierung versucht, die Integrität unserer Wahlen anzugreifen“, sagte Obama dem Rundfunksender NPR.

„Und das werden wir, zu einem Zeitpunkt und an einem Ort, den wir bestimmen“, sagte der Präsident. Obama machte zunächst keine Angaben, wie der von ihm angekündigte Vergeltungsakt gegen Russland aussehen könnte. Am Freitagabend (MEZ) wollte er vor seiner Abreise in den Weihnachtsurlaub eine Pressekonferenz geben. Beim Sender NBC hatte es geheißen, zur Vorbereitung eines möglichen Gegenschlags untersuchten US-Geheimdienste mittlerweile verstärkt die persönlichen Vermögensverhältnisse des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Diese Silicon-Valley-Größen waren im Trump Tower
Donald Trump und das Silicon Valley
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Am Mittwoch im Trump Tower trafen sie sich: Die Bosse des Silicon Valley (ganz rechts: Apple-Chef Tim Cook), die sich im Wahlkampf fast alle für Hillary Clinton ausgesprochen hatten. Doch Donald Trump (l.) setzte sich als designierter US-Präsident durch. Eingefädelt haben soll das Treffen der Valley-Investor und Trump-Unterstützer der ersten Stunde, Peter Thiel (M.). Außerdem aus dem Trump-Lager anwesend: Mike Pence, designierter Vizepräsident, Wilbur Ross, designierter Handelsminister, Trumps Stabschef Reince Priebus und Chefstratege Steve Bannon; sowie die Berater Gary Cohn, Stephen Miller und Jared Kushner, der außerdem Trumps Schwiegersohn ist. Auch seine geschäftlich umtriebigen Kinder Eric, Ivanka und Donald Trump jr. wohnten dem Gipfel bei.

Jeff Bezos, CEO Amazon
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Amazon-Chef Jeff Bezos und der designierte US-Präsident Donald Trump – eine Männerfreundschaft wird aus dieser Beziehung wohl nicht mehr. Im Wahlkampf warf Trump Bezos unter anderem vor, mit der von ihm erworbenen Zeitung „Washington Post“ eine Kampagne gegen den Republikaner zu fahren. Bezos, der auch das Weltraumunternehmen Blue Origin besitzt, konterte mit dem Twitter-Hashtag „#sendDonaldtospace“, also „Schickt Donald ins All“.

Larry Page, CEO Alphabet
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Der 43-jährige Mitbegründer von Google übernahm nach der Neuorganisation des Konzerns im August 2015 die Leitung der Google-Muttergesellschaft Alphabet. Im Anschluss an das Treffen sprachen Teilnehmer von einer entspannten und produktiven Atmosphäre.

Sheryl Sandberg, COO Facebook
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Facebook hatte im Wahlkampf eine durchaus ambivalente Rolle gespielt: Einerseits hatte sich Unternehmens-Mitbegründer Zuckerberg persönlich und öffentlich gegen „Leute, die Mauern bauen wollen“ ausgesprochen und so gegen Trump Stellung bezogen. Andererseits ist das soziale Netzwerk für die Verbreitung von „Fake News“ in die Kritik geraten, von denen Trump massiv profitiert haben soll. Bei dem Treffen im Trump Tower ließ Zuckerberg sich durch seine Geschäftsführerin und rechte Hand Sheryl Sandberg vertreten.

Tim Cook, CEO Apple
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Tim Cook vertrat 2009 den an Krebs erkrankten Apple-Mitbegründer und -Chef Steve Jobs als CEO, 2011 sprang er erneut ein – übernahm die Unternehmensleitung aber im August des selben Jahres nach Jobs Rücktritt endgültig. Trump hatte Apple im US-Wahlkampf immer wieder wegen dessen hoher Fertigungsrate in China attackiert. Zudem hatte Trump öffentlich zu einem Apple-Boykott aufgerufen, nachdem sich das Unternehmen weigerte ein iPhone für das FBI zu knacken.

Safra Catz, Co-CEO Oracle
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Der Datenbankkonzern Oracle ist einer der größten Partner der US-Regierung, entsprechend abhängig ist der Konzern von Trumps Gunst. Ein heikles Thema für Oracle-Co-Chefin Safra Catz, die den Konzern gemeinsam mit Präsidenten-Partner Mark Hurd leitet, ist daher unter anderem die mögliche Registrierung von Muslimen in den USA mit der Trump in der Vergangenheit liebäugelte. Hunderte Programmierer erklärten für diesen Fall bereits ihre kategorische Arbeitsverweigerung. Bei dem Treffen kam am Mittwoch das Thema allerdings nicht zur Sprache.

Elon Musk, CEO-Tesla
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Am Mittwoch berief Trump den Tesla-Gründer und -Chef Elon Musk in sein Beraterteam, dem bereits zahlreiche Wirtschaftsgrößen angehören. Auch Musk gehörte während des Wahlkampfs zu Trumps schärfsten Kritikern, so hatte er den designierten US-Präsidenten als „nicht den richtigen Mann für den Job“ bezeichnet. Außerdem fördert der Multi-Milliardär erneuerbare Energien und warnt vor dem Klimawandel, den Trump wiederholt geleugnet hatte.

Vor den Äußerungen Obamas hatte dessen Berater Ben Rhodes bereits dem russischen Staatschef eine direkte Verantwortung für die Hackerangriffe zugewiesen. "Nichts von derartiger Tragweite" geschehe innerhalb der russischen Regierung, ohne dass Putin davon wisse, sagte Rhodes dem Fernsehsender MSNBC. Putin sei letztlich als oberster Amtsträger "für die Taten der russischen Regierung verantwortlich".

Der Sender NBC News hatte berichtet, dass Putin selbst Anweisungen für den Umgang mit gehackten E-Mails der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gegeben habe. Der russische Staatschef habe dies anfänglich aus Rache getan, weil die Demokratin als Außenministerin öffentlich die Rechtmäßigkeit der russischen Wahlen von 2011 in Frage gestellt habe, meldete der Sender unter Berufung auf zwei hochrangige Geheimdienstverantwortliche.

Später habe Putin dann sein Vorgehen ausgeweitet, um das politische System in den USA als korrupt darzustellen, hieß es in dem Beitrag weiter. Putins Sprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe als "lächerlichen Unsinn" zurück. Auch der gewählte US-Präsident Donald Trump hat in Abrede gestellt, dass Russland hinter den Cyberangriffen auf die Demokraten stecke. Der Republikaner zog entsprechende Informationen durch die US-Geheimdienste in Zweifel.

„Warum hat das Weiße Haus so lange gewartet?“
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10 Kommentare zu "Nach russischen Hackerangriffen: Barack Obama spricht von Vergeltung"

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  • Das ist nun die neue Art Wahlkampf zu machen! Ich denke Obama hat Merkel auch eingeflüstert, dass sie sich doch mit dem Internet mehr beschäftigen sollte denn damit lässt sich Panik machen!
    Wenn die Russen tatsächlich die Mails von Clinton aufgespürt haben, dann wäre es doch ein leichtes die Quelle mit den Quelltexten zu veröffentlichen. Ja das kann man wenn man nur will! Was ich nicht verstehe ist, dass Mails die Clinton auf ihrem privaten Rechner hatte, die sich im Nachhinein als unrelevant heraus stellten, so hochgejubelt werden. Also liebes Amerika liefert uns jetzt schwarz auf weiss den Ausdruck der Hackerprogrammierung!

    Da sich dieses Thema so gut auf die kommende Wahl in Deutschland oder Frankreich ummünzen lässt fängt man also in Deutschland an die Leute mit sogenannten Faks aufzurütteln. Postfaktische Zeiten nennt man das und da wäre es schon gut wenn die Regierung mal vor ihrer Haustüre kehren würde! Tut sie nicht, denn es ist so einfacher die Menschen in unserem Land gleich mal in eine Ecke zu stellen!
    Postfaktisch ist für mich z.B. wenn Merkel den Satz von sich gibt, dass sie dem Volk was zurück geben will, punkt. Keine Erläuterung was das sein soll!
    Postfaktisch ist zu behaupten mit mir gibt es keine Maut. Heute steht man hinter der Maut!
    Also was soll das? Es ist eine reine Propagandamasche jetzt so zu tun als wenn alles gelogen wäre was im Netz auftaucht! Ja, sicher einiges aber wie gesagt, das sind wir ja auch von den Voksvertretern gewohnt!
    Hört auf Euch auf dieses Thema Netz zu stürzen es gibt einfache Lösungen, kein Facebook oder Twitter mehr und Schluß ist! Dabei können die Politiker gleich mal als Vorbild anfangen und ihren Account löschen!
    Ich verteidige weder Putin noch Trump, beide sind mir mehr als suspekt, ich stelle nur fest!

  • Vergeltung, ich stelle mir das so vor: Obama und Putin bekommen jeder eine Pistole und werden in ein Lager gesperrt. Dort können sie sich bekämpfen und wer überlebt, hat gewonnen. So könnte man eigentlich alle Streitigkeiten schnell und sauber lösen.

  • Wahnsinn!!! Hat jetzt irgendjemand die Clinton gezwungen Bernie Sanders auf miese Art zu hintertreiben? Da waren doch zwei Politikmodelle zur Auswahl: Clinton stand für Politik, die durch Parteispenden finanziert und inhaltlich ausgerichtet wird. Sanders stand für die einfachen Bürger und Kleinspender!

    Clinton hatte dem nichts entgegen zu setzen und hat falsch gespielt. Das wäre eine Story für jeden Enthüllungsjournalisten gewesen. Hätte Clinton sich nicht so mies verhalten, dann hätte ihr der Hacker-Angriff egal sein können!

    Sich beim Betrügen über Betrug zu beschweren ist mehr als lächerlich!

  • @ Herr Mark Hoffmann, es geht um die NWO der Globalisten !
    Der Umfang der weltweiten Ausdehnung ihres Netzwerkes ist an den politischen Konfliktlinien erkennbar und auch daran, wer ihrem Netzwerk zuarbeitet.
    Man befürchtet nun, dass durch die Aktivitäten eines US-Präsidenten Trump unreparierbare Löcher in dieses Netzwerk gerissen werden und um das zu verhindern, werden die angebliche oder mögliche Verletzung von so hehren Werten wie Demokratie, Menschenrechte und dergleichen ins Feld geführt, die von ihnen selbst täglich mit Füßen getreten werden. (Unterstützung von Terroristen, Drohnen-Morde etc.etc)

  • Zunächst Mr President wo sind die Beweise und wenn Sie es wussten das Russland e Mails von Clinton vor der Wahl gehackt wurden warum haben Sie dann nicht reagiert. Sie berufen sich auf Ihren Geheimdienst der die USA schon mehrmals in einen Krieg gelogen hat Irak Haiti Vietnam. Was Hillary Clinton betrifft die ja politische Erfahrung besitzt Sie kommunizierte dienstlich über einen eigenen privaten Server und ist somit selbst verantwortlich wenn sie gehackt wird. Jemand der sich so unprofessionell verhält gehört nicht in das höchste Amt der USA. Und deshalb hat sie ja zurecht verloren. Die Reaktion des abtretenden Präsidenten ist armselig und lächerlich. Er ist einer der schlechtesten Präsidenten die die USA je hatten.

  • Nachdem der arabische Frühling , angestiftet von den USA gescheitert ist, der Syrienkrieg verloren gegangen ist und selbst die Wahlen im eigenen Land nicht den erwünschten Erfolg gebracht hat, sind wie immer bei den Amis die Anderen schuld. Jetzt wollen die Amis ihre Präsenz im Chinesischen Meer erhöhen, die Nato nach Osten verlegen und den Russen drohen.Dabei hat es Obama noch nicht einmal geschafft Quantanamo aufzulösen. Frei nach einem alten Sprichwort Der größte Feind das ist bekannt der sitzt im eigenen Land. Die USA haben riesige Probleme die sie erst mal bei sich lösen sollten, bevor sie andere Länder zerstören.

  • Obama und Clinton haben zum Glück nichts mehr in den USA zu sagen. Trump will den Frieden mit Russland und nicht ein weiteres Kriegsaufrüsten der Falken in den USA unterstützen.
    Man fragt sich wirklich was an der Kriegsrethorik der US-Falken von Obama und Clinton, für die Deutschen Medien, so interessant ist. Werden die Deutschen Medien von der Kriegsmaschinerie der Nato-Atlantik-Brücken Poltiik gesponsert? Wollen die Deutschen Medien wirklich wieder die Sperrspitze der Kriegspropaganda auf Deutschen-Europäischen Boden sein?!

  •  Goebbels, der "große Kommunikator" des 3. Reiches sagte mal :
    "Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben. Man kann die Lüge so lange behaupten, wie es dem Staat gelingt, die Menschen von den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Konsequenzen der Lüge abzuschirmen. Deshalb ist es von lebenswichtiger Bedeutung für den Staat, seine gesamte Macht für die Unterdrückung abweichender Meinungen einzusetzen.----- Die Wahrheit ist der Todfeind der Lüge, und daher ist die Wahrheit der größte Feind des Staates." -------

    Fazit : Alles, was zur Wahrheitsfindung taugt und die Wahrheit offen legt, sollte erlaubt sein; denn die Wahrheit kann den Wähler veranlassen, auf dem Wahlzettel sein Kreuzchen an der richtigen Stelle zu machen ------ und DAS egal wo !!
    Warum sollte es also verwerflich sein, wenn der politische Gegner bei der Wahrheitsfindung Hilfe leistet.
    Leider wurden die Regimechange-Absichten - mit dem dadurch angerichteten Flüchtlingschaos -des Mr. Obama vor seiner Amtseinführung als US-Präsident nicht bekannt. Zumindest der Friedensnobelpreis wäre dem "Friedenstifter" nicht verliehen worden.

  • Wann wird über Vergeltung für die kriegerischen Überfälle und speziell der zahlreichen Drohnenmorde an unschuldigen Zivilisten geredet?

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