Nach Sarin-Fund im Irak
Rumsfeld warnt vor voreiligen Schlüssen

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat davor gewarnt, nach dem Fund einer mit geringen Mengen des Nervengases Sarin bestückten Granate im Irak voreilige Schlüsse zu ziehen. Bislang lägen nur die Ergebnisse einer ersten Felduntersuchung vor, die noch unvollständig sein könne, sagte Rumsfeld nach Berichten amerikanischer Medien am Montag in Washington.

HB WASHINGTON/BAGDAD. „Wir müssen vorsichtig sein“, warnte er. Weitere Analysen seien notwendig, und es werde noch einige Zeit brauchen, um endgültig sagen zu können, worum es sich bei der Chemikalie tatsächlich handele und inwieweit sich dadurch die Sicherheitslage der US-Truppen im Irak ändere.

Am Montag hatte das US-Militär im Irak mitgeteilt, dass bei der Explosion einer älteren Granate in Bagdad erstmals das Nervengas Sarin in sehr kleiner Menge freigesetzt worden sei. Das Artilleriegeschoss sei am Samstag von einem US-Konvoi entdeckt worden und vor der Entschärfung teilweise explodiert.

Zwei US-Marines bei Einsatz im Irak getötet

In der irakischen Provinz Anbar sind am Montag zwei amerikanische Soldaten bei einem Einsatz getötet worden. Die beiden Männer gehörten zu Einheiten der US-Marines, die Hochburgen des sunnitischen Widerstands wie Falludscha kontrollieren. Weitere Einzelheiten zum Tod der beiden Soldaten könnten aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben werden, teilten die Besatzungstruppen am Dienstag in Bagdad mit.

Neuer Chef des Regierungsrates im Irak fordert mehr Schutz

„Wir brauchen einen besseren Schutz, etwa mehr gepanzerte Fahrzeuge. Wir brauchen bessere Unterkünfte, so dass wir einfach zur Arbeit pendeln können, ohne eine Gefahr für unsere Sicherheit zu empfinden“, sagte Jawar am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Die US-Zivilverwaltung im Irak habe die Sicherheitsausbildung von Mitarbeitern der Ratsmitglieder im Januar gekürzt. Auch sei keine Ausrüstung wie kugelsichere Westen für Leibwächter zur Verfügung gestellt worden. „Die meisten der Mitglieder haben nur normale Fahrzeuge. Diese Fahrzeuge sind sehr verletzlich“, sagte Jawar.

Das Attentat auf Salim ereignete sich an der Zufahrt zum Gelände des US-Hauptquartiers in Bagdad, der so genannten „Grünen Zone“. Salim saß zum Zeitpunkt des Attentats im letzten Wagen eines Konvois, der darauf wartete, auf das Gelände vorgelassen zu werden. Er war einer von neun Politikern, die sich im monatlichen Wechsel an der Spitze des Rates ablösen. Er war das zweite der 25 Ratsmitglieder, das einem Attentat zum Opfer fiel.

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