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Nach Schließung wegen Terrorwarnung: USA öffnen Botschaften wieder

Nach einer Terrorwarnung hatte die Regierung in Washington 19 Botschaften in der muslimischen Welt geschlossen. Am Sonntag öffneten die US-Vertretungen wieder – außer im Jemen.

Im Jemen bleibt die amerikanische Botschaft bis auf weiteres geschlossen. In der restlichen muslimischen Welt hat die USA ihre Vertretungen hingegen wieder geöffnet. Quelle: dpa
Im Jemen bleibt die amerikanische Botschaft bis auf weiteres geschlossen. In der restlichen muslimischen Welt hat die USA ihre Vertretungen hingegen wieder geöffnet. Quelle: dpa

WashingtonDie USA haben am Sonntag fast alle wegen einer Terrorwarnung geschlossenen US-Botschaften und Konsulate in der muslimischen Welt und in Afrika wieder geöffnet. Von den 19 US-Vertretungen blieb nur die Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa weiter geschlossen. Allerdings wurde in einigen Botschaften wegen der Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan auch am Sonntag noch nicht gearbeitet.

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Die US-Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa bleibt wegen der Gefahr terroristischer Anschläge weiterhin geschlossen. Gleiches gilt für die Vertretungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens. Die niederländische Botschaft im Jemen sollte am Montag ebenfalls geschlossen bleiben, teilte ein Sprecher des Außenministeriums in Den Haag mit. Das US-Konsulat im pakistanischen Lahore, das wegen einer Terrorwarnung ebenfalls die Arbeit eingestellt hatte, bleibt ebenfalls vorerst zu.

Die Schließung der 19 Botschaften und Konsulate für die Öffentlichkeit war von der US-Regierung mit abgefangener Kommunikation zwischen Al-Kaida-Führer Aiman al-Sawahiri und seinem jemenitischen Stellvertreter Nasser al-Wahischi über Pläne für einen großen Terrorangriff begründet worden. Präsident Barack Obama hatte dazu am Dienstag in einem Fernsehinterview gesagt, die Terrorgefahr sei groß genug gewesen, „um jede Vorsichtsmaßnahme zu ergreifen“. Neben der Botschaft in Sanaa blieb am Sonntag auch das US-Konsulat in der pakistanischen Stadt Lahore gesperrt, das Donnerstag wegen einer davon unabhängigen Terrorbedrohung geschlossen wurde.

Aus Sorge vor einem möglichen Terroranschlag der Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel bleibe die US-Botschaft in Sanaa geschlossen, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki. Die Entwicklung in Sanaa und Lahore werde weiterhin analysiert und eine Entscheidung über eine Wiedereröffnung der Vertretungen werde von der Entwicklung abhängig gemacht.

Geschlossene Botschaft Al-Kaida-Telefonat löste US-Terroralarm aus

Ein Telefongespräch soll weltweit zur Schließung von 19 amerikanischen Botschaften geführt haben: Al-Kaida-Chef Al-Sawahri habe mit einer Organisation in Jemen über konkrete Anschläge gesprochen.

„Außenminister Westerwelle hat verfügt, dass die Botschaft Sanaa aufgrund einer kritischen Einschätzung der Sicherheitslage bis auf weiteres beschlossen bleibt“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. „Die Sicherheitslage weltweit wird permanent und in enger Abstimmung mit unseren Partnern überprüft. Wir stehen hierzu auch mit unseren US-amerikanischen Partnern in engem Kontakt.“

Um deutsche Botschaften im Ausland besser zu schützen, will das Bundesinnenministerium zusätzliches Personal der Bundespolizei. Einem Bericht des „Spiegel“ zufolge hatte das Ministerium 30 Posten im Personen- und 30 im Objektschutz im März für den Bundeshaushalt 2014 angemeldet. Über die zusätzlichen Stellen im Haushalt sei aber noch nicht abschließend entschieden, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der dpa am Sonntag.

Im Süden des Landes kam es zu tödlichen Angriffen von Al-Kaida-Kämpfern. Bewaffnete Extremisten töteten in der Provinz Schabwa am frühen Morgen fünf Soldaten, die eine Öl- und Gasanlage bewachten, wie aus jemenitischen Sicherheitskreisen verlautete. Im vergangenen Jahr waren bei einem Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi der US-Botschafter im Land und drei weitere US-Bürger getötet worden.

Derweil setzten die USA ihre Raketenangriffe mit ferngesteuerten Drohnen im Jemen nach einem Bericht von CNN fort. Dabei seien drei verdächtige Al-Kaida-Mitglieder im Süden des Landes getötet worden, berichtete der TV-Sender am Samstag. Einige Zielpersonen konnten demnach in einem Fahrzeug fliehen. CNN bezieht sich auf Aussagen namentlich nicht genannter örtlicher Sicherheitsbeamter.

  • 12.08.2013, 01:48 UhrEber

    vielleicht - wahrscheinlicher aber doch eher:
    Ein Fake ...

  • 12.08.2013, 01:45 UhrEber

    Aha!

    Und wo blieben nun diese Riesen-Knalls, die "man" auf Grund der NSA-Erkenntnisse doch absolut sicher vorhersagen konnte ???

    Diese offensichtlich vollkommen aus der Luft gegriffenen Panik-Vorhersagen hatten wohl zu nichts Anderem gedient, als von diesem NSA-Skandal abzulenken.

  • 12.08.2013, 01:37 Uhrso_long

    Beides... ;-))

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