Nach Schwächeanfall
Sarkozy verlässt das Krankenhaus

Irgendwann klappt auch ein Präsident mal zusammen, aber Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy ist schon wieder gesund und munter. Einen Tag nach seinem Schwächeanfall beim Joggen konnte er das Krankenhaus wieder verlassen.

HB PARIS. Der Präsident kam zu Fuß und lächelnd aus der Klinik, schüttelte Ärzten die Hand und stieg dann in ein Auto. Begleitet von seiner Frau, Sängerin und Ex-Model Carla Bruni, ließ er sich zurück in die Staatsresidenz "La Lanterne" in Versailles fahren, berichteten französische Medien. Dort war dem 54-Jährigen am Vortag beim Laufen unwohl geworden.

Der Präsidentenpalast teilte mit, dass Sarkozy in Folge der hohen Arbeitsbelastung erschöpft und einer Ohnmacht nahe gewesen sei. Sarkozy sei aber nicht ohnmächtig gewesen, betonte der Élysée. Eine Herzerkrankung als Ursache sei ausgeschlossen. Sarkozy müsse nicht weiter behandelt werden. Allerdings empfohlen die Ärzte ihm einige Tage Ruhe. Vor dem Schwächeanfall hatte Sarkozy nach Angaben des Élysées eine Dreiviertelstunde in der Mittagshitze trainiert.

Nach dem Vorfall war Sarkozy sofort mit einem Hubschrauber in die Militärklinik Val-de-Grâce in Paris geflogen worden. Ein Ärzteteam untersuchte ihn gründlich und behielt ihn zur Beobachtung über Nacht da. Die ersten Untersuchungen hätten keinerlei Auffälligkeiten ergeben, hieß es aus dem Präsidentenpalast. Sarkozy wolle bereits am Mittwoch wieder arbeiten und die letzte Kabinettssitzung vor der Sommerpause leiten. Danach geht es in den Urlaub ans Mittelmeer.

Bereits kurz nach Einlieferung ins Krankenhaus empfing Sarkozy schon wieder enge Mitarbeiter, um sich über das Weltgeschehen informieren zu lassen. "Es geht ihm gut, er hat Hunger, er meckert herum, alles ist bestens", sagte Patrick Balkany, ein Vertrauter des Präsidenten, wenige Stunden nach dem Anfall.

Der Staatschef hatte sich erst vor kurzem umfassend untersuchen lassen. Bei einer Überprüfung des Blutbildes und des Herz-Kreislauf- Systems sei alles in Ordnung gewesen, ließ er Anfang Juli mitteilen. Der begeisterte Radfahrer und Läufer hatte im Wahlkampf 2007 versprochen, regelmäßig über seinen Gesundheitszustand zu informieren. Hintergrund war unter anderem die Krebserkrankung seines Amtsvorgängers François Mitterrand (1916-1996), die er über Jahre hinweg der Öffentlichkeit verschwiegen worden.

Verwirrung hatte es zunächst darüber gegeben, ob Sarkozy kurzzeitig bewusstlos war. Die Zeitung "Le Parisien" hatte dies am Sonntag unter Berufung auf auf Élysée-Generalsekretär Claude Guéant berichtetet. Später dementierte die Presseabteilung des Élysées die Ohnmacht. Nach ersten Angaben aus seinem Umfeld hatte Sarkozy eine sogenannte Vasovagale Synkope erlitten. Dieser kurzzeitige Verlust des Bewusstseins kann durch starke Gefühlsbelastungen oder Schmerzen ausgelöst werden. Er ist auch als "Boygroup-Syndrom" bekannt.

Sarkozy war bereits zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2007 einmal im Militärkrankenhaus Val-de-Grâce gewesen. Damals unterzog er sich einer kleinen Operation am Hals, enthüllte 2008 ein Buch, das seiner Exfrau Cécilia gewidmet ist.

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