Nach sechs Monaten
USA heben Verbot für Tiefseebohrungen auf

Fast sechs Monate nach Ausbruch der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko haben die USA das Verbot von Tiefseebohrungen wieder aufgehoben. Neue Regeln sollen das Risiko verringern. Unterdessen ist die EU von ihrer Forderung nach einem Bohrstopp abgerückt.
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WASHINGTON/BRÜSSEL. Fast sechs Monate nach Ausbruch der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko haben die USA das Verbot von Öl-Tiefseebohrungen wieder aufgehoben. Es seien neue Regelungen erlassen worden, die das Risiko solcher Bohrungen vermindern, begründete Innenminister Ken Salazar die Aufhebung des Moratoriums.

Es gebe "entscheidende Fortschritte, die mit Tiefseebohrungen verbundenen Gefahren zu reduzieren", sagte Salazar am Dienstag. "Die Öl- und Gasindustrie wird unter strengeren Regeln und unter strengerer Aufsicht arbeiten", sagte er.

Wegen dieser neuen Regeln gehen die Behörden nicht davon aus, dass bereits in Kürze neue Tiefseebohrungen gestartet werden. Die Industrie brauche Zeit, sich auf diese neuen Regeln einzustellen. "Das wird sicherlich nicht morgen oder nächste Woche sein", meinte Michael Bromwich, Chef des Bureau of Ocean Energy Management. Er rechne damit, dass zum Jahresende erste Bohrerlaubnisse vergeben werden.

Die Regierung hatte kurz nach Beginn des Explosion auf der Ölplattform "Deepwater Horizon" am 20. April ein sechsmonatiges Moratorium verhängt. Zwar musste die Regierung zunächst Rückschläge in Kauf nehmen, weil Gerichte nach Einspruch der Ölindustrie das Moratorium beanstandet hatten. Darauf erließ die Regierung aber ein erneutes Verbot von Tiefseebohrungen.

Bei dem Unfall der "Deepwater Horizon" war in rund 1 500 Meter Tiefe unter dem Meeresspiegel nach Öl gebohrt worden. Mehrere Anläufe, die Ölfontäne zu stoppen, scheiterten nicht zuletzt, weil die Experten nach eigenen Worte praktisch keine Erfahrungen mit Rettungsarbeiten in einer solchen Tiefe hatten.

Erst nach rund drei Monaten konnte der Ölfluss gestoppt werden, zwei Monate später gelang es, die Quelle endgültig zu versiegeln. Insgesamt waren 780 Mio. Liter Rohöl ins Meer geflossen - mehr als jemals zuvor bei einer Ölkatastrophe. Weite Teile der US- Golfküste wurden verseucht, zeitweise war in einem Drittel der US- Küstengewässer der Fischfang verboten.

EU gegen Bohrstopp

Die EU-Kommission ist von ihrer Forderung nach Stopp neuer Ölbohrungen in der Tiefsee abgerückt. Laut eines EU-Dokuments will die Behörde die Mitgliedsländer nun lediglich auffordern, im Einzelfall eine vorübergehende Pause der Lizenzvergabe zu prüfen. Mitgliedsstaaten sollten nach der Ölpest im Golf von Mexiko in jedem Fall größte Vorsicht walten lassen, wenn sie neue Genehmigungen für Öl und Gasbohrungen vergäben, bekräftigte die Kommission in dem Dokument, das Reuters am Dienstag vorlag.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger sollte die Position am Mittwoch in Brüssel vorstellen. Er hatte im Juli alle Mitgliedsstaaten aufgefordert, dem Beispiel Norwegens zu folgen und ein Moratorium für neue Ölbohrungen vor den europäischen Küsten zu verhängen. Die zuständigen nationalen Behörden sollten keine Genehmigungen für neue Bohrungen erteilen, bis die Ursachen des Unglücks vor der US-Küste aufgeklärt seien, sagte Oettinger.

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  • ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ölkonzerne nach nur einem halben Jahr - in dem sie nichts anderes zu tun hatten als zu versuchen ihren Ruf zu reparieren - bessere, sicherere Technologien für die Tiefseebohrungen haben. Strengere Regeln werden auch nicht reichen, denn Regeln sind bekanntlich da, um gebrochen zu werden. Leider vergißt der Mensch auch viel zu schnell, so ist die Ölpest vom Golf von Mexiko schon beinahe vollständig aus den Medien verschwunden.

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