Nach seiner Festnahme in Libanon
Hassprediger darf nicht nach Großbritannien zurück

Der radikalislamische Prediger Omar Bakri Mohammed darf nicht nach Großbritannien zurückkehren. Auf Weisung von Innenminister Charles Clarke wurde ihm mit sofortiger Wirkung die Aufenthaltsgenehmigung entzogen.

HB LONDON. Seine Anwesenheit auf der britischen Insel sei „nicht im öffentlichen Interesse“, teilte das Ministerium in London am Freitag mit. Der auch als Hassprediger bezeichnete Bakri war vor sechs Tagen nach eigenen Angaben zu einem Familienbesuch nach Libanon ausgereist. In Großbritannien drohte ihm auf Grund von Plänen zur Verschärfung der Antiterrorgesetze eine Anklage wegen Hochverrates.

Bakri, der die libanesische und syrische Staatsangehörigkeit besitzen soll, war in Libanon festgenommen und vernommen worden. In einem Fernsehinterview dort bestritt er am Donnerstagabend jede Verbindung zur Terrororganisation El Kaida. Entgegen früheren Ankündigungen betonte Bakri, er plane nicht, nach Großbritannien zurückzukehren. Die 56 Toten der Londoner Anschlagsserie vom 7. Juli bezeichnete er als „unschuldige Tote“. Bakri, in britischen Medien auch als „Ajatollah von Tottenham“ bezeichnet, hatte nach den Anschlägen aber öffentlich gesagt, er würde als Muslim keinen anderen Muslim verraten, wenn dieser Anschläge plane.

Britische Medien berichteten indes unter Berufung auf das libanesische Außenministerium, dass Syrien ein Auslieferungsersuchen für den islamischen Geistlichen gestellt habe. Dort werde er wegen zahlreicher Verbrechen in den 80er Jahren gesucht, hieß es. Bakri hatte zu jener Zeit in Großbritannien um politisches Asyl gebeten und später eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis bekommen. Seine Frau, Kinder und Enkelkinder leben dort.

Am Donnerstag hatte die britische Polizei auf Weisung Clarkes zehn Ausländer in Abschiebehaft genommen, die als „Sicherheitsrisiko“ für das Land eingestuft werden. Unter den Verhafteten befindet sich nach britischen Medienberichten der als „Botschafter Osama bin Ladens in Europa“ bezeichnete radikalislamische Geistliche Abu Katada. Justizexperten rechnen jedoch nicht mit einer baldigen Abschiebung der Männer, da erwartet wird, dass sie Berufung einlegen.

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