Nach Skandalvorwürfen Putin wehrt sich gegen Kampagne

In Russland muss sich Putin ein Jahr vor der Präsidentenwahl gegen eine Schmutzkampagne wehren. Zahlreiche Skandale werden von Putin-Gegnern im Internet veröffentlicht und beschädigen sein Saubermann-Image.
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Der russische Premier-Minister Wladimir Putin. Quelle: Reuters

Der russische Premier-Minister Wladimir Putin.

(Foto: Reuters)

MoskauDer russische Regierungschef Putin liebt Auftritte als Pilot, als Naturbursche mit freiem Oberkörper oder als Judoka. Dabei geht es oft um Siegerposen. Doch ein Jahr vor der Präsidentenwahl gibt es fast so etwas wie eine Schmutzkampagne gegen den mächtigen Mann Russlands.

Regierungschef Wladimir Putin weht ein für Moskauer Verhältnisse ungewöhnlich starker Wind ins Gesicht. Erst kamen beim Internetportal Wikileaks diplomatische Depeschen ans Licht, wonach Putin einen korrupten Staat mit mafiösen Strukturen regiere. Dann legte die russische Variante Ruleaks nach mit Fotos von einem „Putin-Palast“ am Schwarzen Meer. Nun gibt es noch einen Skandal um einen Auftritt des 58-Jährigen bei einer Spendengala für todkranke Kinder. Putins Anhänger tun aber ein Jahr vor der Präsidentenwahl alles, damit ihm der Weg in den Kreml 2012 geöffnet bleibt.

Eine derart geballte Kritik an Putin, der als „nationaler Führer“ von seiner Partei Geeintes Russland gepriesen wird, kommt einem Tabubruch gleich. Vor allem im Internet sorgen die Skandale für Wirbel. Und ein Auftritt von Putins Sprecher Dmitri Peskow unlängst im englischsprachigen Staatsfernsehen Russia Today zeigt, wie ernst die Regierung einen möglichen Rufschaden nimmt.

Peskow kommentierte sogar die Kritik des sonst in Moskau kaum beachteten Friedensnobelpreisträgers Michail Gorbatschow, wonach Putin „selbstherrlich“ sei. Er habe ein Machtmonopol geschaffen, das schlimmer als die frühere Kommunistische Partei sei, wetterte der Ex-Sowjetpräsident.

Ungewöhnlich ausführlich reagierte Peskow zudem auf Vorwürfe, für Putin sei mit Schmiergeld in Milliardenhöhe eine Luxusresidenz am Schwarzen Meer gebaut worden. Mit diesem Privatgeschäft habe der Regierungschef überhaupt nichts zu tun, beteuerte er. Offen ließ Peskow aber, weshalb der Palast vom staatlichen Wachdienst gesichert werde. Auch die Frage, warum ein hoher Kremlbeamter Dokumente zum Nobelanwesen unterzeichnete, steht wie vieles andere weiter im Raum.

Putin sei Kritik gewohnt und hart im Nehmen, ließ Peskow wissen.

Nichts allerdings erhitzt die Gemüter so sehr wie Putins Entertainer-Einlage bei einem Wohltätigkeitskonzert in St. Petersburg mit Sharon Stone und anderen Stars im vergangenen Dezember. Der Regierungschef hatte bei der Spendengala für krebskranke Kinder an einem Flügel in die Tasten gegriffen und auch gesungen. Doch die zugesagte Hilfe kam bisher nicht an.

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  • Auch die Russen werden mit Hilfe des Internets über den wirklichen Lauf der Dinge in ihrem Land erfahren. Diese bizarren Zwerge wie Putin, Berlusconi, Sarkozy und artverwandte Amerikaner Asiaten und Afrikaner werden sich warm anziehen müssen. Die Tage der Despoten und deren Schergen sind gezählt, weltweit.

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