Nach SocGen-Fall: Frankreich fordert härtere Bankaufsicht

Nach SocGen-Fall
Frankreich fordert härtere Bankaufsicht

Als Folge des Handelsskandals bei der französischen Großbank Societe Generale hat die Regierung auf eine stärkere Regulierung des Finanzsektors gedrängt. In einem Bericht des Wirtschaftsministeriums hieß es unter anderem, die internen Kontrollen bei Banken müssten deutlich verbessert werden.

HB PARIS. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde erklärte, neben allgemeinen Marktunsicherheiten gebe es bei Banken operative Risiken, die stärker in die Beurteilung des Gesamtrisikos einbezogen werden müssten. Zudem forderte sie härtere Strafen für Betrügereien im Handel. „Im Falle von Betrug spielt auch menschliches Versagen eine Rolle“, sagte Lagarde.

Die Ministerin drängte in ihrem Untersuchungsbericht, den sie Premierminister Francois Fillon vorlegte, auf eine klarere Aufgabentrennung von Aufsichtsbehörden und Regierung. Zwischen der französischen Zentralbank und der Regierung des Landes hatte es Differenzen gegeben, nachdem der Handelsskandal am 24. Januar bekannt geworden war. Lagarde machte auch deutlich, dass der SocGen in dem Bericht keine Schuld zugewiesen werde. Die betroffenen Handelspositionen seien professionell abgebaut und der Markt sei ordnungsgemäß informiert worden.

Das Gutachten ist eines von dreien, die in Folge der Milliardenverluste in Auftrag gegeben wurden. Die Berichte der zuständigen Kommission der Zentralbank und von unabhängigen Experten der Societe Generale stehen noch aus.

Die zweitgrößte Bank Frankreichs wirft dem 31-jährigen Händler Jerome Kerviel vor, das Institut durch den Aufbau illegaler Handelspositionen um 4,9 Milliarden Euro gebracht zu haben. Einem Bericht der Zeitung „Le Monde“ zufolge sollen die Fehlspekulationen das Institut sogar 6,3 Milliarden Euro gekostet haben. Die von der SocGen genannte Zahl sei nur eine Nettoposition, schrieb das Blatt ohne Nennung einer Quelle. Ende 2007 habe die Bank aus den Kerviel-Beständen einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro verbucht. SocGen lehnte einen Kommentar ab.

Der Verlust war entstanden, als das Institut Kerviels Derivate-Positionen im Wert von rund 50 Milliarden Euro über die Börse verkauft hatte. Kerviel hatte die Milliardenbestände durch Scheingeschäfte aufgebaut, so dass nach Angaben der Bank niemand davon gemerkt hatte.

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