Nach Stichwahl
Langes Warten auf Liberias Wahlergebnis

In Liberia haben die Wähler am Dienstag bei einer Stichwahl den ersten Präsidenten des Landes nach dem Ende des Bürgerkriegs vor zwei Jahren bestimmt. Nach Schließung der Wahllokale begann allerdings erst einmal ein langes Warten auf das Ergebnis: Bis zur endgültigen Auszählung aller Stimmen können noch bis zu zwei Wochen vergehen.

HB MONROVIA. Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, sich zwischen dem als Volkshelden verehrten ehemaligen Fußballstar George Weah und der Volkswirtin Ellen Johnson-Sirleaf zu entscheiden. An den Urnengang ist in dem westafrikanischen Land die Hoffnung auf Stabilität nach 14 Jahren Bürgerkrieg geknüpft.

Im Vergleich zur ersten Wahlrunde am 11. Oktober schien der Andrang in den 3070 Wahllokalen bei der Stichwahl geringer. „Wir hatten nicht die langen Schlangen wie beim letzten Mal, aber das könnte auch teilweise an einer einfacheren Prozedur mit nur zwei Kandidaten liegen“, sagte der Leiter der Friedensmission der Vereinten Nationen (UN), Alan Doss, der Nachrichtenagentur Reuters. Vor allem in der Hauptstadt Monrovia bildeten sich durchaus Schlangen vor den Wahllokalen, anders war es allerdings in entlegenen ländlichen Gebieten. Der Wahlgang verlief nach Angaben von Doss ruhig und ohne ernstere Zwischenfälle.

Egal wie die Wahl nun ausgegangen ist, das Ergebnis wird ein historisches sein. Johnson-Sirleaf wäre die erste gewählte Frau an der Spitze eines afrikanischen Staates. Weah wiederum wäre der erste international bekannte Fußballer, der je zum Staatschef gekürt würde.

In der ersten Wahlrunde hatte Weah mit gut 28 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Er gilt als Favorit. Johnson-Sirleaf lag bei der Abstimmung vor drei Wochen bei knapp 20 Prozent. Während Weah in Europa unter anderem beim italienischen Spitzenclub AC Mailand Fußball spielte, arbeitete Johnson-Sirleaf für die UN sowie die Weltbank und war zeitweise Finanzministerin ihres Landes. Wegen ihres entschlossenen Auftretens hat sie sich den Titel „Eiserne Lady“ erworben. Gegen Weah verwies sie im Wahlkampf stets auf ihre wirtschaftliche Kompetenz und ihre Erfahrungen in der Politik. Hinter Weah haben sich inzwischen mehrere ehemalige Rebellen-Anführer gestellt.

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