Nach Stuxnet
Neue Cyber-Attacke trifft Iran

Erst Stuxnet, jetzt Stars: Das Regime in Teheran meldet einen neuen Computer-Angriff auf iranische IT-Anlagen. Über das Ausmaß der Attacke schweigen sich die Iraner bislang aus. Auch die Stuxnet-Gefahr scheint noch nicht gebannt.
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Teheran. Nach dem Angriff mit dem Computervirus Stuxnet im vergangenen Jahr ist der Iran nach eigener Darstellung erneut zum Ziel einer aggressiven Software geworden. Das Virus namens Stars werde von Experten untersucht, sagte ein Behördenvertreter der halbamtlichen Nachrichtenagentur Mehr am Montag. Die Software richte leichte Schäden an. Die Feinde des Irans führten einen „Cyberkrieg“ gegen das Land, sagte Gholamresa Dschalili von der Zivilverteidigungsbehörde. Zum Ziel des Software machte er keine Angaben.

 

Im vergangenen Jahr wurde auch in der Atomanlage Buschehr der Virus Stuxnet festgestellt. Experten zufolge zielte der Wurm auf das iranische Atomprogramm. Nach offizieller Darstellung entstand aber kein Schaden. Der Iran beschuldigt die USA und Israel, hinter dem Angriff zu stecken. Viele westliche Länder befürchten, dass der Iran mit seinem Atomprogramm Nuklearwaffen entwickeln will. Dschalili zufolge stellt Stuxnet noch immer eine Gefahr dar.

 

Das Virus dringt nach Einschätzung von Software-Experten in die Systeme zur Überwachung von Automatisierungsprozessen ein, die in zahlreichen Branchen von der Lebensmittel- über die Chemieindustrie bis hin zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Die Schadsoftware attackiert auch Rechner, mit denen Kraftwerke und andere Anlagen mit Hilfe von Kontrollsystemen von Siemens gesteuert werden. Stuxnet ist einer der ersten Computerviren, die gezielt für Angriffe auf Industrieprogramme erstellt wurden.

 

Im September hatte der Iran mitgeteilt, dass Stuxnet Computer von Mitarbeitern des Atomkraftwerks Buschehr befallen hat. Die Anlage selbst sei aber unversehrt geblieben, hieß es damals. Allerdings ist Buschehr noch immer nicht am Netz. Das hat Spekulationen darüber ausgelöst, dass die Rechner des einzigen Atomkraftwerk des Landes selbst von Stuxnet befallen wurden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Stuxnet: Neue Cyber-Attacke trifft Iran"

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  • Wenigstens gibt das keine Toten, so ein Cyberwar - jedenfalls nicht direkt - aber wenn damit mal ein AKW außer Kontrolle gerät, ist das heimtückischer Mord.Kürzlich wurde sich darüber erregt, dass Iran SSL-Verschüsselungen geknackt habe. Ja was glauben denn diese gegnerischen Informatiker? Dass Iran nach Stuxnet nichts unternehmen würde?
    Leider muss man das wirklich einen unerklärte Krieg nennen.Nutzen wird der niemandem, weder den Gegnern Irans, noch den iranischen Menschen. Vielleicht nutzt es denen, die Iran von äußeren Einflüssen abschotten wollen? Die Begründungen werden dazu ja gerade geliefert.Mehr Demokratie und Freiheit wird es nicht bringen.
    Übrigens interessant, was ElBaradei aus seiner IAEO Zeit berichtet hat: mit Iran wäre ein Kompromiß zu machen gewesen, aber die USA und Israel hätten das verhindert.Klingt irgendwie als wolle man unbedingt Krieg, oder?

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