Nach Taifun „Haiyan“
Philippinen warten auf die Hilfsindustrie

Von den USA bis Taiwan, von DRK bis Uno: Nach den Verwüstungen durch Taifun „Haiyan“ läuft die Maschinerie der internationalen Hilfe für die Philippinen an. Die Lage ist unübersichtlich – doch es gibt glückliche Zufälle.
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DüsseldorfJetzt heißt es warten. Stundenlang. Obwohl jede Sekunde zählt. 24 Ärzte, Krankenschwestern, Sanitäter und Pfleger der Hilfsorganisation Isar Germany sitzen derzeit in Manila und warten darauf, dass sie ins philippinische Katastrophengebiet weiterreisen können.

„Wir warten auf das offizielle Go“, sagt Isar-Sprecher Stefan Heine. Das muss von den philippinischen Behörden kommen – sie hätten in den Chaos noch am ehesten die Übersicht. „Problematisch sind vor allem die Transportkapazitäten, es ist schwer, zu den Betroffenen zu kommen“, sagt Heine.

Der Megasturm, der die Philippinen am Wochenende mit aller Härte getroffen hat, hat möglicherweise schon mehr als 10.000 Todesopfer gefordert. Mindestens 400.000 Menschen brauchen dringend Hilfe, weil sie kein Dach mehr über dem Kopf haben.

Es gibt kein Trinkwasser, keine Nahrung, es drohen lebensgefährliche Infektionen. Insgesamt kämpfen mehr als vier Millionen Menschen mit den Folgen des Taifuns. Auf den Philippinen beginnt jetzt der Kampf ums Überleben – und gegen die Zeit. Die Region südlich der Hauptstadt ist besonders schwer getroffen, etwa die Provinz Leyte mit der völlig zerstörten Stadt Tacloban.

Weltweit läuft die Hilfsindustrie an. Das World Food Programme der Uno schickte nach eigenen Angaben bislang Hilfsgüter für zwei Millionen US-Dollar in die Region, sowie Experten in die Provinzen Leyte und Samar, die unter anderem bei Logistik und der Notfallkommunikation helfen sollen.

Unicef schickte von Kopenhagen aus 66 Tonnen mit Hilfsgütern auf die Philippinen, die am Dienstag dort eintreffen sollen, Japan schickte ein 25-köpfiges Medizinerteam, Taiwan teilte mit, 200.000 US-Dollar zur Verfügung zu stellen. Die EU-Kommission hat am Montag Hilfe in Höhe von acht Millionen Euro für die Konfliktregion Mindanao angekündigt.

Direkt nachdem der verheerende Taifun „Haiyan“ mit Windgeschwindigkeiten bis zu 275 Kilometer pro Stunde über die Philippinen gezogen war, fuhren die Hilfsorganisationen weltweit ihre Lagezentren hoch. So auch die Isar in Duisburg. Alle Helfer deutschlandweit machten sich dann schon bereit für den möglichen Einsatz, basierend auf dem offiziellen Hilfegesuch der philippinischen Regierung. Vorab wurden die Botschaften und das Auswärtige Amt informiert.

Kommentare zu " Nach Taifun „Haiyan“: Philippinen warten auf die Hilfsindustrie"

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  • Dem kann ich in diesem Fall vollstens zustimmen. Habe keine Aussage in Ihrem Kommentar gefunden welche gegen Richtlinien verstoßen haben.
    Mein Kommentar darf wahrscheinlich nur bestehen bleiben weil er eine kleine pro USA Parole zu bieten hat.

  • Tja,auch beim Handelsblatt muss man neuerdings schnell sein,wenn man interessante Kommentare lesen will.
    Die NSA übernimmt die Weltweite Überwachung,die Zensur übernehmen die Zeitungen schon selbst,in vorauseilendem Gehorsam.
    Gute Nacht freie Meinung!

  • HilfsINDUSTRIE??? Selten eine so bescheuerte Wortneuschöpfung gelesen! Und irgendwie klingt es zynisch wie das Gegenteil eines Euphemismus! (Dysphemismus, sagt Wikipedia.)

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