Nach Taliban-Überfall
Pakistan erlaubt wieder die Todesstrafe

Pakistan hat nach dem Überfall von Taliban-Extremisten auf eine Schule die Todesstrafe wieder zugelassen. Seit 2008 war sie ausgesetzt gewesen. Afghanische Taliban verurteilen Angriff mit mehr als 140 Toten.
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Nach dem Massaker in einer Schule in Pakistan haben sich afghanische Taliban zur Wort gemeldet. Sie verurteilten den Anschlag, bei dem mehr als 140 Menschen, die meisten von ihnen Kinder, getötet wurden. Es verstoße gegen die „Grundsätze des Islam“, Unschuldige, Frauen und Kinder vorsätzlich zu töten, erklärten die afghanischen Taliban. Daran müssten sich alle islamischen Regierungen und Bewegungen halten. Das „Islamische Emirat Afghanistan“ sprach den Betroffenen sein Beleid aus und „trauert mit den Familien der getöteten Kinder“, wie es in der Erklärung hieß.

Als Folge des Anschlags will die pakistanische Regierung die Todesstrafe wieder vollstrecken. Premierminister Nawaz Sharif habe einer „Aufhebung des Moratoriums zur Vollstreckung der Todesstrafe in Fällen mit Bezug zum Terrorismus“ zugestimmt, teilte Sharifs Büro mit. Pakistan hatte die Vollstreckung der Todesstrafe 2008 ausgesetzt. Seither wurde nur ein Soldat im Jahr 2012 hingerichtet, der von einem Militärgericht zum Tode verurteilt worden war.

Allerdings verurteilten auch zivile Gerichte Angeklagte weiterhin zum Tod durch Erhängen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International geht davon aus, dass mehr als 8000 Gefangene in Pakistan im Todestrakt sitzen. Im Juni 2013 hatte Sharifs neugewählte Regierung das Moratorium schon einmal ausgesetzt, um verstärkt gegen Kriminelle und radikale Islamisten vorgehen zu können. Nach Protesten von Menschenrechtsorganisationen wurde die Entscheidung zwei Wochen später jedoch wieder zurückgenommen.

Am Dienstag hatten pakistanische Taliban an einer von der Armee betriebenen Schule in Peshawar nahe der Grenze zu Afghanistan einen der folgenschwersten Anschläge in der Geschichte des Landes verübt. Die Täter gingen nach Angaben von Augenzeugen von Klassenraum zu Klassenraum und erschossen 141 Menschen, die meisten von ihnen Schüler. Zu dem Anschlag bekannte sich die radikalislamische Rebellenbewegung Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP).

Die afghanischen sind mit den pakistanischen Taliban locker verbündet, beide bekennen sich zum Taliban-Anführer Mullah Omar. Die afghanischen Taliban distanzieren sich oft von Anschlägen, bei denen viele Zivilisten getötet werden, greifen selbst aber auch Zivilisten an. In der vergangenen Woche war bei dem Selbstmordanschlag auf eine Theateraufführung in einem französischen Kulturzentrum in Kabul ein Deutscher getötet worden.

Der Angriff löste in Pakistan und anderen Ländern Entsetzen und Abscheu aus. So gedachten auch Schulkinder im Nachbarland Indien der Opfer mit zwei Schweigeminuten. Viele Kinder zündeten Kerzen an und manche weinten. Auch in beiden Häusern des indischen Parlaments legten die Abgeordneten zwei Schweigeminuten ein, wie Indiens Premierminister Narendra Modi am Mittwoch per Twitter mitteilte.

Die Initiative geht auf Modi zurück, der am Vortag bereits mit seinem pakistanischen Amtskollegen Nawaz Sharif gesprochen hatte. Solche Gespräche und Solidaritätsbekundungen sind äußerst selten; die Atommächte Indien und Pakistan sind verfeindet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Warum keine Proteste, die sich gegen die Morde der Kinder richten, durch unsere Künstler, Gewerkschaftler und Politiker wie Hr. Gauck z.B? Nur weil es Kinder sind bzw. diese Personen die Herrschaft des Islams wollen?

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