Nach Terror in New York
Trump will Green-Card-Verlosung abschaffen

Der Attentäter von New York kam mit einer Green Card ins Land. Darum will Präsident Trump die Verlosung der Arbeitserlaubnis nun stoppen. Dauerhaften Aufenthalt müsse man sich verdienen, meint der US-Präsident.
  • 6

WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat nach dem Anschlag mit acht Toten in New York eine Änderung der Visa-Politik angekündigt. Der Terrorist sei durch die Green-Card-Lotterie in das Land gekommen, sagte Trump am Mittwoch bei einer Kabinettsitzung. Der mutmaßliche Attentäter, ein aus Usbekistan stammender 29-jähriger Mann, hatte am Dienstag mit einem Kleintransporter auf einem Radweg zahlreiche Menschen umgefahren. Acht Menschen starben. Mindestens elf Personen wurden verletzt, darunter laut Auswärtigem Amt eine Deutsche. Der New Yorker Vize-Polizeichef sagte, der Verdächtige habe seine Tat im Namen der Islamisten-Miliz IS verübt.

Er werde den Kongress umgehend auffordern, die Green-Card-Lotterie zu beenden, sagte Trump. „Kein Lotterie-System der Demokraten mehr. Wir müssen VIEL härter werden (und klüger)“, hatte er zuvor auf Twitter gefordert. „Wir kämpfen hart für eine leistungsbasierte Einwanderung.“ Nach dem Programm werden die Aufenthaltsgenehmigungen, die sogenannten Green Cards, per Verlosung an Bewerber aus den Ländern vergeben, aus denen verstärkt Einwanderer kommen sollen.

Der Attentäter hatte nach Polizeiangaben mit dem gemieteten Fahrzeug im Stadtteil Manhattan auf einem Radweg zahlreiche Fußgänger und Radfahrer umgefahren und war dann in einen Schulbus gerast. Als er aus dem Wagen geflohen sei, habe die Polizei ihn niedergeschossen und festgenommen. Fünf der Toten stammen aus Argentinien, ein Todesopfer aus Belgien. Die US-Behörden gehen von der Tat eines Einzeltäters aus.

Am Tatort gefundene Notizen deuten nach den Worten von New Yorks Vize-Polizeichef John Miller darauf hin, dass der mutmaßliche Attentäter im Namen des IS handelte. "Er scheint nahezu exakt den Anweisungen gefolgt zu sein, die der IS über soziale Medien seinen Anhängern gibt", sagte Miller. Laut Medienberichten soll der 29-Jährige „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen haben. Der Mann lebe seit 2010 in den USA und habe in Ohio, Florida und New Jersey gewohnt. Ein Bekannter des Festgenommenen sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dieser sei Hals über Kopf religiös geworden und habe die religiösen Freiheiten in den USA genutzt, die in seinem Heimatland nicht gegeben habe.

Senator Lindsey Graham forderte, den Verdächtigen als feindlichen Kämpfer zu behandeln. Dadurch könnte er auch ohne anwaltliche Betreuung verhört werden. Trump sagte, er erwäge, den Mann in das US-Gefangenenlager Guantanamo bringen zu lassen.

Trump zufolge brachte der mutmaßliche Täter andere Menschen in die USA und war Anlaufstelle für 23 Personen. Per Twitter forderte der Präsident: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass der IS zurückkehrt oder in unser Land gelangt, nachdem wir ihn im Nahen Osten und anderswo besiegt haben. Es reicht.“ Er habe das Heimatschutzministerium angewiesen, die Sicherheitskontrollen bei der Einreise zu verschärfen. Trump versucht seit Monaten, unter Verweis auf Sicherheitsgründe ein umstrittenes Einreiseverbot für Menschen aus zahlreichen muslimischen Ländern durchzusetzen.

Die Tat ähnelt Anschlägen, die Islamisten in diesem und im vergangenen Jahr in Europa verübt hatten, etwa in Nizza, Berlin und Barcelona. Der IS hatte diese Taten für sich reklamiert. Es wäre es der schwerste islamistische Anschlag in New York seit dem Flugzeug-Attentat auf das World Trade Center, bei dem am 11. September 2001 mehr als 2600 Menschen getötet wurden.

International wurde die Tat mit Entsetzen aufgenommen. Papst Franziskus verurteilte den Anschlag ebenso wie die Bundesregierung. Kanzlerin Angela Merkel erklärte, Deutschland stehe im Kampf gegen den Terrorismus fest an der Seite der USA. Der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow, verurteilte die Tat als tragisch und unmenschlich. Usbekistan bot den USA Unterstützung bei den Ermittlungen an.




Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Terror in New York: Trump will Green-Card-Verlosung abschaffen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ist doch wirklich schön als Terrorist zu wissen, wie leicht man die Politik der USA bestimmen kann. Auf den blinden Aktionismus von manch einem Staatsoberhaupt kann man sich absolut verlassen.

  • „Das ist ein Bruchteil der fast eine Million Ankünfte im Jahr 2015.“

    Wie krank ist das denn?

    148.000 sind in diesem Jahr von der Türkei gekommen, statt fast 1. Mio. in 2015.

    Rd. 15 % mutieren bei der Journaille schon zu einem Bruchteil? Einfach irre.

    Und was ist mit der Differenz von 148.000 in 2017 angekommenen Eindringlingen, von denen aber nur noch 60.000 in Griechenland sind?

    Zurück in die Türkei wurden die wenigsten geschickt. Lediglich eine hohe von rd. 16.000 „freiwillig“ Ausgereister (motiviert durch Starthilfen) ist zu verzeichnen.

    Was ist mit dem Rest von rd. 70.000, die neben den offiziell genannten 60.000 verbleiben?

  • Jeder, der als Deutscher zuletzt in den USA war, verzichtet gerne auf die Greencard.

    Was Obama aus den USA gemacht hat, so so ungeheuerlich und schlimm, dass man dieses Land bestimmt nicht als Heimat mehr haben will.

    Man sagt, es bessert sich unter Trump. Aber aus einen verkifften Land von demotivierten Bürgern, die von der NSA (STASI) in totaler Überwachung da hin vegetieren kann man keine Wunder erwarten.

    Fäkal News, Waffen-Lobby und der Terror durch Vergewaltiger und Drogen-Dealer haben die Grundfeste der US-Bürger zerstört. Das zu heilen, benötigt Jahre. Ich hoffe, Mr trump bleibt noch lange im Amt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%