Nach Thalys-Angriff
Mehr Zugkontrollen in Europa

Nach dem vereitelten Anschlag in einem Thalys-Schnellzug werden Bahnreisende künftig häufiger bewaffneten Sicherheitskräften begegnen. Auch gezielte Kontrollen sollen Zugfahrten in Zukunft sicherer machen.
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ParisMehr Kontrollen von Zugreisenden, multinationale Patrouillen und Namensfahrscheine: Neun europäische Länder haben am Wochenende erste gemeinsame Konsequenzen aus dem vereitelten Anschlag in einem Thalys-Schnellzug zwischen Amsterdam und Paris gezogen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte bei dem Treffen in Paris auch einen intensiveren Informationsaustausch über „verdächtige Personen“ an. Der durch Passagiere vereitelte Angriff in dem Thalys-Zug vor rund zehn Tagen, bei dem ein mutmaßlicher Islamist mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und einem Teppichmesser bewaffnet auf Reisende losgegangen war, hatte eine europaweite Debatte über die Bahnsicherheit ausgelöst.

Das Sondertreffen der Innen- und Verkehrsminister am Samstag in Paris war kurzfristig anberaumt worden, um über Konsequenzen zu beraten. Neben de Maizière und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nahmen daran Minister aus Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, der Schweiz und Spanien sowie die zuständigen EU-Kommissare teil.

In einer Erklärung teilten die Minister anschließend mit, es sollten die Kontrollen von Passagieren und Gepäck auf größeren Bahnhöfen verstärkt werden. Auch seien etwa multinationale Patrouillen im grenzüberschreitenden Zugverkehr und Namensfahrscheine auf wichtigen internationalen Bahnverbindungen geplant. „Koordinierte Kontrolloperationen auf ausgewählten Verbindungen“ seien „unverzichtbar“, sagte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve.

De Maizière sagte am Rande des Treffens, der Austausch über „verdächtige Personen“ solle intensiviert werden. Dabei soll laut Erklärung vor allem das gemeinsame Schengen-Informationssystem genutzt werden. Die Verdächtigen müssten zudem „eher zur offenen als zur verdeckten Fahndung ausgeschrieben werden“, sagte de Maizière weiter.

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