Nach Tod eines Häftlings
Pakistaner verbrennen deutsche Flaggen

Demonstranten in Pakistan haben am Samstag wegen des Todes eines Landsmanns in einem Berliner Gefängnis deutsche Flaggen verbrannt.

HB MULTAN. Der Pakistaner Amir Cheema war am 20. März festgenommen worden, weil er versucht haben soll, den Chefredakteur der Zeitung „Die Welt“ wegen des Abdrucks der umstrittenen Mohammed-Karikaturen zu töten. Später wurde der 28 Jahre alte Verdächtige tot in seiner Zelle gefunden.

„Amir Cheema ist ein Held des Islams“, riefen die etwa 300 Studenten einer Schule für moslemische Geistliche bei der Protestveranstaltung in der Stadt Multan. Außer der deutschen Flagge verbrannten sie auch die Fahnen Dänemarks und der USA. „Sie sind Feinde des Islams, Ungläubige“, skandierten die Demonstranten. Sie schworen, Cheemas „Heiligen Krieg“ fortzusetzen. Die Schule gehört zu der konservativen Moslem-Partei Jamiat Taliba Arabia.

Die Karikaturen waren zuerst in einer dänischen Zeitung erschienen und im Januar in anderen Ländern nachgedruckt worden, unter anderem von der „Welt“. Die Zeichnungen zeigen den Propheten Mohammed unter anderem mit einem Turban in Form einer Bombe. Die Veröffentlichungen lösten teils gewaltsame Proteste von Moslems aus, bei denen dutzende Menschen starben. Für viele Gläubige ist die Darstellung des Propheten Gotteslästerung. In Europa führte der Streit zu einer Debatte über die Verantwortung von Journalisten und die Grenzen der Pressefreiheit.

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