Nach Trump-Kritik Weißes Haus plant keine Maßnahmen gegen Amazon

Herbe Kritik musste sich Amazon jüngst von Trump anhören – oft zu unrecht. Doch trotz der wütenden Tweets: Amazon hat derzeit wohl nichts zu befürchten.
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Mit einigen erbosten Tweets schickte Trump die Aktien von Amazon in den Keller. Quelle: AFP
Trump (r.) gegen Bezos

Mit einigen erbosten Tweets schickte Trump die Aktien von Amazon in den Keller.

(Foto: AFP)

New YorkUS-Präsident Donald Trump scheint sich auf Amazon eingeschossen zu haben. Doch im Weißen Haus gibt es fünf Mitarbeitern zufolge keine aktiven Diskussionen darüber, gegen den Onlinehändler vorzugehen. Das berichtete Bloomberg am Dienstag.

Demnach sind die fünf Personen nicht darüber informiert, dass die Tweets des US-Präsidenten gegen Amazon in konkrete Handlungen umgesetzt werden sollen. Weder gesetzlich noch regulatorisch seien Maßnahmen geplant. Auch nicht in Bezug auf den US-Postdienstleister USPS.

Trump äußerte im vergangenen Sommer gegenüber Mitarbeitern den Wunsch, die Preise des Postdienstes für die Lieferung von Amazon-Paketen zu erhöhen, berichtete Bloomberg. Seine Mitarbeiter hätten dem Präsidenten daraufhin erklärt, dass der Postdienst eine unabhängige Organisation sei und seine Gebühren von einer Kommission festgelegt würden, sagte die Person.

Trump warf Amazon in mehreren Tweets unter anderem vor, seine Päckchen täglich millionenfach mit einem besonders günstigen Deal zu verschicken, was die US-Steuerzahler teuer zu stehen käme.

Am Dienstag twitterte der US-Präsident erneut, dass USPS durch den Service für Amazon ein Schaden von vielen Milliarden Dollar entstehe. Trump zufolge verliert die Post an jedem Päckchen, das sie für Amazon liefere, 1,50 Dollar.

Die geballte Kritik, die in vielen Teilen unberechtigt ist, schickte die Aktie von Amazon auf Talfahrt und senkte den Marktwert des Onlinehändlers binnen weniger Tage um 55 Milliarden Dollar. Am Dienstag ging es wieder bergauf. Amazon verzeichnete den größten Tagesgewinn seit einer Woche.

Es gibt Spekulationen, dass Trumps Angriffe auf Bezos in Wahrheit nicht auf Amazon abzielen. Vielmehr sei dem US-Präsidenten die „Washington Post“ ein Dorn im Auge, die Bezos 2013 gekauft hat.

Das weckt Erinnerungen an die Watergate-Affäre. Damals drohte der republikanische US-Präsident Richard Nixon der liberalen Zeitung mit dem Entzug der Drucklizenz.

Trump hatte sich in der Vergangenheit über mehrere kritische Artikel geärgert, unter anderem über die Arbeit des Sonderermittlers Robert Mueller im Zusammenhang mit einer möglichen Einmischung Russlands in die US-Wahl 2016. Trump beschimpfte das renommierte Blatt daraufhin in gewohnter Manier als „Fake Washington Post“.

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