Nach Umwälzungen
Arabische Länder brauchen 160 Milliarden Dollar

Nach dem arabischen Frühling brauchen die Länder Geld zu Um- bzw. Wiederaufbau der Strukturen. In Tunesien soll das schon angepackt werden. Allerdings will die Wahlkommission die Wahl verschieben.
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WashingtonDie von den Aufständen durchgeschüttelten Staaten in Nahost und Nordafrika benötigen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds in den kommenden drei Jahren Finanzhilfen von mehr als 160 Milliarden Dollar. Wahrscheinlich müssten Geberländer einspringen, um zu helfen, hieß es in einem IWF-Bericht für das G8-Treffen im französischen Deauville am Donnerstag. Der Fonds selbst werde etwa 35 Milliarden Dollar beisteuern können.

„In naher Zukunft muss das Vertrauen in den öleinführenden Ländern wieder hergestellt werden“, hieß es. Die Länder litten unter den weltweit steigenden Rohstoffpreisen. Zudem gebe es inländische Probleme aufgrund der Schocks nach den politischen Umwälzungen. Der IWF führte unter anderem Ägypten und Tunesien als Länder mit einem milliardenschweren Hilfsbedarf auf.

In Tunesien will die Wahlkommission die ersten Wahlen in dem nordafrikanischen Land seit dem Sturz von Staatspräsident Zine El Abedine Ben Ali im Januar um drei Monate verschieben. Statt am 24. Juli sollte die Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung am 16. Oktober stattfinden, damit mehr Zeit für die Vorbereitung bleibe, erklärte die Kommission am Donnerstag.

Die Übergangsregierung hatte sich noch am Dienstag für den ursprünglich geplanten Termin ausgesprochen. Es war zunächst nicht klar, ob das Votum der Wahlkommission gilt oder ob die Übergangsregierung dies noch überstimmen kann. Sie beschäftigt sich wieder am Dienstag mit dem Thema.

Die Befürworter einer Wahl im Juli versprechen sich davon eine größere Stabilität in dem Land. Die Gegner argumentieren, die Tunesier brauchten mehr Zeit, um sich über die neu entstandenen Parteien zu informieren. Unter Ben Ali hatte die inzwischen aufgelöste Regierungspartei RCD das Sagen. Die Opposition im Parlament war weitgehend symbolisch.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Zahlen des IWF sind irrational. Vermutlich sind sie mit Vorsatz viel zu niedrig angegeben worden. Das macht ein Blick auf die Finanzierung des Aufbaus Ost deutlich. Dafür wurden ca. 1500 Milliarden Euro aus Neuverschuldung aufgewendet, ohne einen selbsttragenden Aufschwung zu erreichen. In Ostdeutschland leben noch ca. 15 Mio. Menschen; Arbeitslosigkeit ist tlw. abgewandert. Der IWF glaubt nun, mit einem 10tel dieser Summe die Wirtschaft der bevölkerungsreichen Staaten mit explosivem Bevölkerungswachstum (dar. Ägypten 85 Mrd. Einwohner) beleben zu können. Viele Reisende wissen, dass die Voraussetzungen dort schlecht sind. Sie sind wesentlich schlechter als in Spanien, dessen Jugendarbeitslosigkeit 45 Prozent beträgt und unbewältigt bleibt. Auch Griechenlands Wirtschaft gleitet vmtlich trotz gigantischer Zuwendungen in die Depression ab. Angesichts der Irrlichter, die der IWF setzt, stellt sich die Frage, ob der IWF wirtschaftliche ambitioniert geführt oder von Wunschdenken beherrscht wird. Längst stellt sich nicht mehr die Frage, wer die 125 Mrd. aufbringen muss, die der IWF (35 Mrd.) nicht anbietet. Einen Lösungsbeitrag könnten wir mit dem Abbau von Handelsschranken und Einfuhrzöllen leisten. Auch die Ausschöpfung der günstigen Niedrigstlohnbedingungen in den Reformstaaten könnte für Ansiedlungsanreize genutzt werden. Dafür bedarf es aber einer aktiven Wirtschaftspolitik, statt der Planung absurder Finanzierungsbudgets.

  • Arabische Länder brauchen 160 Mrd. Ich könnte nicht nachvollziehen, wenn das Geld aus z.B. Deutschen Steuergeldern kommt wie es zuletzt auch für andere Länder verschendet wurde.

    Es ist Geld der Diktatoren eingefroren worden. Diese Geld kann für den Wiederaufbau verwendet werden. Es steht keinem dieser Verbrecher zu.

  • Guten Tag,.... Niemals haette ich den Arabern zugetraut die Dinge in dieser Art und Weise zu veraendern. Meinen Respekt ! Gleichwohl behalte Ich ein ungutes Gefuehl;... Arabien ist nicht Europa oder USA ...... Jahrtausende-alte Gebraeuche, Sitten und nicht zuletzt Religion haben vieles festgefahren was drei Ewigkeiten braucht um zu zerfallen. Jedoch das aendert nichts an meinen besten Wuenschen fuer eine bessere Zukunft all dieser Leute. Sie haben es sich mehr als verdient. Besten Dank

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