Nach US-Finanz-Drama
Staatsdiener gehen wieder an die Arbeit

Alles auf Anfang: Nach einer Nervenschlacht um den US-Haushalt atmen die USA auf. Hunderttausende kehren in den Arbeitsalltag zurück. Von Washington bis Kalifornien macht sich das vorläufige Ende des Streits bemerkbar.
  • 0

WashingtonNach einem wochenlangen Nervenkrieg um den US-Haushalt sind Hunderttausende Amerikaner in die Normalität zurückgekehrt. Behörden, Nationalparks und Museen öffneten wieder ihre Pforten, nachdem Staatsbedienstete zurück an die Arbeit gerufen wurden. Nach einem 16 Tage dauernden Zwangsurlaub sollen sie rückwirkend bezahlt werden. Unzählige Familien hatten zunächst um die Gehaltschecks bangen müssen. Viele Amerikaner atmen nun auf.

„Die Amerikaner sind die größten Verlierer“, sagte die Republikanerin Diane Black im Sender CNN am Donnerstagabend (Ortszeit). Sie bereue aber nicht, im Abgeordnetenhaus gegen den Finanzkompromiss gestimmt zu haben, der dem Finanz-Drama schließlich ein Ende bereitete. Denn er stelle US-Präsident Barack Obama einen „Blankoscheck“ aus, anstatt die ausufernden Ausgaben zu senken.

Die Mitarbeiter des Nationalparks in Washington sammelten Müll ein, der sich über die zwei Wochen in Parkanlagen angehäuft hatte. Vor dem berühmten Luft- und Raumfahrtmuseum standen Touristen in der US-Hauptstadt Schlange. Das Tauziehen um den Haushalt hatte die Pläne etlicher Besucher durchkreuzt, denen der Zugang zu bekannten Sehenswürdigkeiten wegen des „Shutdown“ verwehrt blieb. Weil in Washington viele Ministerien und Ämter ihren Sitz haben, waren dort besonders viele Menschen von dem Etatstreit betroffen.

Auch die beliebte Webcam des Nationalzoos, die rund um die Uhr ein Panda-Baby und dessen Mutter filmt, ging wieder auf Sendung. Innerhalb von zehn Minuten hatte die Kamera die Höchstgrenze von 850 Verbindungen erreicht, sagte eine Zoo-Sprecherin nach einem Bericht der „New York Times“. Fans des tapsigen Jungtiers machten ihrer Begeisterung im Internet Luft.

Im Westen der USA nahmen Mitarbeiter der Parkbehörde ihre Arbeit sofort wieder auf. In der Bucht von San Francisco setzten erstmals seit Wochen Fähren auf die berühmte frühere Gefängnisinsel Alcatraz über. In der Sierra Nevada nutzten Tausende Touristen die erste Gelegenheit, den Yosemite-Park zu besuchen. „Wir sind begeistert davon, wieder zu eröffnen und heißen die Besucher in Yosemite willkommen zurück“, sagte Park-Leiter Don Neubacher in einer Mitteilung.

Seite 1:

Staatsdiener gehen wieder an die Arbeit

Seite 2:

„Lasst uns zurück an die Arbeit gehen“

Kommentare zu " Nach US-Finanz-Drama: Staatsdiener gehen wieder an die Arbeit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%