Nach Verkehrskontrolle
Schwarze stirbt in Gefängniszelle in Texas

Weil sie ohne zu blinken abgebogen ist, wird eine schwarze US-Amerikanerin in Texas von der Polizei angehalten. Sie wird verhaftet und stirbt drei Tage später in einer Gefängniszelle.
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HempsteadEs war eine harmlose Verkehrskontrolle, doch sie endete tödlich. Die 28-jährige schwarze US-Amerikanerin Sandra Bland wurde am 10. Juli von einem Polizisten gestoppt, weil sie beim Spurwechseln nicht geblinkt haben soll. Es kam zum Streit, der Polizeibeamte setzte einen Elektroschocker ein, um Bland festzunehmen. Drei Tage später entdeckten Mitarbeiter im „Waller County Jail“ laut Polizei die Festgenommene erhängt in ihrer Zelle. Sie soll eine Plastik-Mülltüte benutzt haben.

Die Behörden veröffentlichten am Dienstag ein Polizeivideo der Kontrolle in der Region nordwestlich von Houston. Die Videobilder stammen von der sogenannten Dashcam im Polizeiauto. Auf den Aufnahmen sind Dialoge zwischen Bland und dem Polizisten zu hören. Er fragt nach dem Führerschein, überprüft ihn an seinem Wagen, geht zurück zur Fahrerin. Als er sie auffordert, ihre Zigarette zu löschen, wird der Ton zwischen beiden schärfer. „Ich bin in meinem Auto. Warum muss ich meine Zigarette ausmachen?“, fragt Bland.

Als sie sich weigert, ihr Auto zu verlassen, nimmt der Polizist einen Elektroschocker. Ein Senator im Bundesstaat Texas, Royce West, bestätigte am Dienstag den Einsatz dieser Waffe. Zuvor waren Videobilder aus der Zelle in Hempstead veröffentlicht worden, in der die Frau nach dem Vorfall einsaß.
Die Polizei geht von einem Suizid aus und beruft sich auf eine medizinische Untersuchung. Die Familie und deren Anwalt Cannon Lambert bezweifeln jedoch, dass Bland sich selbst getötet hat. Laut ihrer Familie ist die Frau nach Texas gekommen, um an der Prairie View A&M Universität einen neuen Job zu beginnen. Das spreche gegen Suizid-Absichten. Sie verlangten eine „unabhängige Autopsie“.

Staatsanwalt Elton Mathis hatte zu Wochenbeginn angekündigt, die Untersuchung werde so intensiv geführt, „als wäre sie eine Mordermittlung“. Die Bundespolizei FBI wurde um Unterstützung gebeten. Der Polizist wurde aus dem Streifendienst genommen. Im Netz wurde der Fall viel kommentiert - auch mit Blick auf die Frage, ob die Hautfarbe eine Rolle spielte. Seit Monaten ist Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA ein großes Thema.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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