Nach Vermittlungsversuch
Neue Angriffe auf Libyen

Während Südafrikas Präsident Jacob Zuma mit Libyens Diktator Gaddafi über einen Waffenstillstand verhandelt, setzt die Nato ihre Luftangriffe fort. Einen Rücktritt lehnt Gaddafi weiterhin ab.
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TripolisUnmittelbar nach einem Vermittlungsversuch Südafrikas hat die Nato neue Luftangriffe auf Libyen geflogen. Nach Berichten des staatlichen Fernsehens griffen die Flugzeuge in der Nacht zum Dienstag zivile und militärische Ziele in einer 40 Kilometer südöstlich von Tripolis gelegenen Wüstensiedlung an. Zudem sei ein Bezirk in der Hauptstadt aus der Luft angegriffen worden. Stunden zuvor hatte Machthaber Muammar Gaddafi im Gespräch mit dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma einen Waffenstillstand angeboten, Forderungen nach einem Rücktritt aber erneut abgelehnt. 

Zuma erklärte, Gaddafi wolle eine Waffenruhe und ein Ende der Nato-Bombardierungen. „Wir haben darüber gesprochen, dem libyschen Volk die Möglichkeit einzuräumen, seine Probleme selbst zu lösen“, fügte Zuma hinzu. Gaddafi habe mit Nachdruck erklärt, dass er Libyen nicht verlassen werde. Ein erster Vermittlungsversuch Zumas war gescheitert. 

Die Nato bombardiert seit Wochen Ziele in Libyen und unterstützt damit faktisch die Rebellen. Zuletzt hat die Allianz den Druck auf Gaddafi weiter erhöht. 

Zudem sind acht hochrangige Offiziere übergelaufen. Wie sie auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz in Rom erläuterten, gehörten sie zu einer Gruppe von insgesamt 120 Offizieren, die in den vergangenen Tagen die Armee Gaddafis verlassen hätten. Die Streitkräfte seien inzwischen auf 20 Prozent der Originalgröße geschrumpft, sagte einer der Generäle. „Gaddafis Tage sind gezählt.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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