Nach Verschnaufpause: Spanien steuert auf Rezession zu

Nach Verschnaufpause
Spanien steuert auf Rezession zu

Nach einer Verschnaufpause steuert Spanien jetzt weiter auf eine Rezession zu. Die spanische Wirtschaftsleistung ist im vierten Quartal des vergangenen Jahres um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft.
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MadridDas Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2011 insgesamt um 0,7 Prozent, wie das spanische Statistikamt am Montag mitteilte. Die Wirtschaftsleistung wird bis Ende des ersten Quartals dieses Jahres voraussichtlich weiter sinken und das Land somit in die zweite Rezession in weniger als drei Jahren abgleiten. Von einer Rezession wird gesprochen, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge rückläufig ist.

Spanien kämpft zudem mit hohen Staatsschulden und einer Arbeitslosenquote von 22,9 Prozent. Erst 2010 brachte Spanien eine fast zwei Jahre andauernde Rezession hinter sich, die von dem Platzen einer Immobilienblase ausgelöst wurde, die der Wirtschaft fast ein Jahrzehnt lang hohe Wachstumsraten bescherte. Spanien galt bis 2008 als europäische Jobmaschine.

Verschnaufpause ist vorbei

Nach nur kurzer Verschnaufpause ist der leicht positive Trend abgeflaut. Die spanische Zentralbank meldet, dass die Schuldenkrise den Unternehmern im Land die Zuversicht raubt und Bankkredite zu Mangelware macht. Dies hat einen schweren Einbruch der Binnennachfrage zur Folge, der nur teilweise durch ein starkes Exportgeschäft wettgemacht werden kann.

Die spanische Zentralbank geht daher davon aus, dass die Wirtschaft dieses Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen wird. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass Spanien bis Ende 2013 in einer Rezession stecken wird. Die trüben Aussichten lassen den Reformdruck auf die neue konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy steigen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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