Nach vier Tagen
Italienische Geiseln wieder frei

Die fünf im Jemen entführten italienischen Touristen sind wieder frei.

HB ADEN. Die Entführer hätten sich den Behörden gestellt, sagte ein jemenitischer Regierungsbeamter am Freitag der dpa in Sanaa. „Sie sind unverletzt nach einer Vereinbarung mit den Kidnappern auf freien Fuß gesetzt worden“, sagte der Regierungsbeamte.

Den Italienern gehe es gut. Die drei Frauen und zwei Männer wurden demnach 200 Kilometer östlich von Saana Stammesführern übergeben und anschließend mit Hubschrauber in die Hauptstadt geflogen. Die Entführer wurden festgenommen.

Die Italiener waren am vergangenen Sonntag in die Gewalt von Mitgliedern des Al-Saidi-Stammes gefallen. Die Kidnapper forderten von der Regierung die Freilassung von acht Stammesmitgliedern aus dem Gefängnis. Kurz zuvor war der frühere deutsche Staatssekretär Jürgen Chrobog und seine Familie ebenfalls nach Geiselnhaft im Jemen freigelassen worden.

Noch am Donnerstag hatte sich die Lage der Italiener zugespitzt. Trotz massiver Warnungen hatten jemenitische Militärs in dem Dorf, in dem sich die Kidnapper mit den Geiseln verschanzt hatten, mit der Durchsuchung von Häusern begonnen. In Rom hieß es, ungeachtet des Vorgehens der Militärs seien die Verhandlungen über Vermittler weitergeführt worden.

In den vergangenen Wochen hat sich die Zahl der Entführungen im Jemen wieder gehäuft. Oft wollen Stammesangehörige mit den Geiselnahmen Forderungen nach besseren Schulen oder Straßen durchsetzen oder inhaftierte Verwandte freipressen. Mit den Entführungen werden die Bemühungen der Regierung zurückgeworfen, die bei ihren Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung auch auf einen aufblühenden Tourismus setzt. Allein vier Entführungen westlicher Geiseln in den vergangenen acht Wochen haben Befürchtungen aufkommen lassen, der Jemen könnte wieder vor einer Entführungs-Welle wie vor mehreren Jahren stehen.

Am 31. Dezember waren nach viertägiger Geiselhaft der frühere deutsche Staatssekretär Jürgen Chrobog und seine Familie nach Vermittlung auch des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh freigekommen. Sie waren nach Chrobogs Angaben durch Zufall Opfer der Straftat geworden. Auch hier waren Stammesstreitigkeiten der Hintergrund. Die Familie war nach eigenen Angaben von ihren Entführern gut behandelt worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%