Nach viertägigen Verhandlungen in Genf
Vertreter der USA und EU einigen sich auf Iran-Politik

Die USA und die EU haben sich nach einem Bericht der „New York Times“ auf eine gemeinsame neue Strategie gegenüber Iran geeinigt.

HB NEW YORK. Die USA seien nun bereit, Teheran wirtschaftliche Vergünstigungen anzubieten, falls Iran glaubwürdig auf die Entwicklung von Nuklearwaffen verzichte, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise in Washington.

In Genf gingen unterdessen viertägige Verhandlungen von Vertretern Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens mit Iran über das umstrittene Atomprogramm des Landes zu Ende.

Die Europäer hätten akzeptiert, bald den UN-Sicherheitsrat anzurufen, falls die Verhandlungen der drei EU-Länder mit Iran über die Nuklearforschung zu keinem Ergebnis führen würden, berichtete die „New York Times“.

Iran soll dem Bericht zufolge eine baldige Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation WTO sowie die Lieferung von Ersatzteilen für Flugzeuge angeboten werden - falls das Land auf eine Anreicherung von Uran, das dann auch zum Bau von Atomwaffen genutzt werden kann, verzichte.

Die transatlantische Übereinkunft würde einen Kurswechsel vor allem der US-Regierung bedeuten. Bisher hatte Washington jegliche wirtschaftliche „Belohnung“ Teherans abgelehnt. Die einflussreichen Neokonservativen in den USA argumentieren, dass das angeblich ohnehin fragile „Mullah-Regime“ nicht stabilisiert werden dürfe. In Genf bedauerten die drei EU-Staaten, dass die Verhandlungen mit Iran nur sehr langsam vorankämen.

Gleichzeitig erklärten sie, eine diplomatische Lösung sei weiterhin möglich. Die Frage eines Abbruchs der Verhandlungen stelle sich nicht, sagte ein Diplomat eines EU- Landes in Genf angesichts der Drohung Teherans vom vergangenen Wochenende, die Gespräche abzubrechen. „Es gibt kleine Spannungen, aber der Dialog wird fortgesetzt“, fügte er hinzu. Die nächsten Gespräche seien Ende März geplant.

Iran hatte den drei EU-Länder am 15. November in Paris zugesagt, vorerst als vertrauensbildende Maßnahme kein Uran mehr anzureichern. Seither fanden im Dezember in Brüssel sowie im Januar und Februar in Genf Gespräche statt. Vor allem die USA werfen Iran vor, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Iran bestreitet das.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%