Nach Wahl in Kenia
Mehrere Tote bei gewaltsamen Protesten

Unruhen waren nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses in Kenia bereits befürchtet worden. Nun herrscht Chaos. Die Gewalt kostete mehrere Menschen das Leben. Unter den Opfern ist auch ein neunjähriges Mädchen.
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Nairobi Nach dem offiziellen Wahlsieg von Amtsinhaber Uhuru Kenyatte bei der Präsidentenwahl in Kenia ist es dort zu gewaltsamen Protesten der Opposition gekommen. Die Polizei erschoss nach eigenen Angaben in der Stadt Kisumu zwei Menschen. Ein Vater erklärte am Samstag, seine neunjährige Tochter sei auf einem Balkon in Nairobi von einer verirrten Kugel tödlich getroffen worden.

Weitere fünf Menschen seien in Kisumu von Schüssen verletzt worden, sagte Polizeikommandeur Leonard Katana. In Kisumu genießt der laut Wahlkommission unterlegene Oppositionskandidat Raila Odinga starke Unterstützung.

In einem Slum in der Hauptstadt Nairobi eröffnete die Polizei am Samstag das Feuer, um protestierende Anhänger der Opposition zu vertreiben. Diese hatten Straßen blockiert und Barrikaden in Brand gesetzt. Fotografen der Nachrichtenagentur AP sahen, wie Polizisten in der Gegend von Mathare mit scharfer Munition schossen und Tränengas einsetzten. Änliche Szenen beobachteten sie in Kibera, einem weiteren Slum von Nairobi. Ein Mensch sei in der Nacht in Kibera erschossen worden, sagte Sam Ochieng, ein früherer Vorsitzender von Odingas Partei dort.

Die Katholische Bischofskonferenz in Kenia rief am Samstag zur Ruhe auf. Der Vizevorsitzende der Bischofskonferenz, John Oballa Owaa forderte die Sicherheitskräfte zur Zurückhaltung auf. „Kein Leben sollte wegen einer Wahl verlorengehen“, sagte er. Alle Streitpunkte müssten friedlich und im Rahmen der Verfassung gelöst werden. Die Organisation Human Rights Watch rief die Polizei auf, Zurückhaltung zu üben.

Laut dem amtierenden Innenminister Fred Matiang'i beruhigte sich die Lage seit der Wahl weitgehend. In mehreren von der Opposition dominierten Gebieten sei es allerdings zu „Vorfällen von Gesetzlosigkeit“ gekommen, räumte der Minister ein. „Kriminelle Elemente“ hätten versucht, die Situation auszunutzen und zu plündern.

Die Wahlkommission hatte Kenyatta am Freitag zum Sieger erklärt. Der 55-Jährige erhielt demnach bei der Wahl am vergangenen Dienstag 54,27 Prozent der Stimmen, sein Gegner Odinga 44,74 Prozent. Die Kommission bezeichnete die Wahl als „glaubwürdig, fair und friedlich“. Nachdem die Opposition Betrugsvorwürfe erhoben hatte, rief Kenyatta das ostafrikanische Land zur Einheit auf. Er reiche Odinga und all dessen Anhängern die Hand, sagte er.

Der frühere Ministerpräsident Odinga hatte bereits die Wahl im Jahr 2007 verloren. Damals war es im Anschluss an die Abstimmung zu Gewalt gekommen, bei der mehr als 1000 Menschen getötet wurden. Gegen Kenyatta verlor Odinga auch die Wahl 2013. Er brachte damals Wahlmanipulationsvorwürfe vor den Obersten Gerichtshof, der sein Anliegen aber ablehnte. Seit der Wahl vom Dienstag rief die Führung der Opposition bislang nicht öffentlich zu Massenprotesten auf.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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