Nach Wahldebakel der US-Demokraten: Demokraten beschäftigen sich mit sich selbst statt den Wählern

Nach Wahldebakel der US-Demokraten
Die Last der Elite

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Demokraten beschäftigen sich mit sich selbst statt den Wählern

„Die Demokraten belügen sich selbst“, urteilt die „Washington Post“. Die Partei hat seit dem Amtsantritt von Barack Obama im ganzen Land eine Unzahl von Posten verloren. Nicht nur im Repräsentantenhaus und im Senat in Washington.

Die Zahl der demokratischen Gouverneure in den 50 Bundesstaaten sank dramatisch, auch die Zahl der Abgeordneten in den Regionalparlamenten der Staaten ging drastisch nach unten. „2016 sieht mehr aus wie die Regel als wie die Ausnahme“, schreibt Chris Chilizza in der „Washington Post“.

Das Volk scheint längst weiter zu sein. Die Amerikaner glauben laut Umfragen inzwischen mehrheitlich – warum auch immer –, dass Donald Trump ein guter Präsident werden wird, dass er sein angebliches Ziel, das Land zu einen, erreichen kann.

Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus, zu zwei Dritteln über 60 Jahre alt und mehr als die Hälfte seit mehr als 20 Jahren im Amt, beschäftigen sich derweil mit sich selbst. Als dann auch noch die als sinnlos empfundene Nachzählung der Präsidentschaftswahl in Wisconsin, Michigan und Pennsylvania unterstützt wurde, brach ein kleiner Aufstand los: „Schaut endlich mal noch vorne“, riefen die Progressiveren in der Partei.

Tim Ryan (43), einer der jüngeren Demokraten im „House“ aus Ohio, hat sich zu einer Kampfkandidatur gegen Pelosi aufgeschwungen. „Die Fähigkeiten junger Abgeordneter werden nicht ausreichend gewürdigt“, sagt er. Seine Kandidatur gilt als nicht besonders aussichtsreich. Er gehört zu der Riege, die Veränderungen in den Strukturen von Partei und Fraktion durchsetzen will. Ein Kampf gegen Windmühlenflügel.

Erschwerend kommt hinzu, dass Hillary Clinton mit ihrem missglückten Anlauf auf das Weiße Haus Flurschaden in der Partei hinterlassen hat. Es ist noch kein halbes Jahr her, dass Parteichefin Debbie Wasserman-Schultz gehen musste, weil sie im Vorwahlkampf Bernie Sanders übervorteilt hatte. Diese Partei muss bei den Midterm-Wahlen 2018 Boden gut machen - unter schwierigen Vorzeichen. „Die Demokraten sollten dann nicht einfach den letzten Krieg noch einmal ausfechten“, rät Stuart Stoltenberg in der „Washington Post“.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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