Nach Wahlen in Rumänien
Reines Expertenkabinett soll Korruption beenden

Wegen Protesten gegen Korruption, die zuletzt vermutlich auch zu dem verheerenden Brand in dem Bukarester Nachtclub führte, bekommt Rumänien eine neue Regierung. Deren potenzieller Chef will nun eine saubere Mannschaft.

BukarestDer Kandidat für das Amt des rumänischen Regierungschefs, Dacian Ciolos, hat seine Ministerriege benannt. Rumäniens Botschafter in Großbritannien, Mihnea Motoc, soll Verteidigungsminister werden, die Direktorin der Freedom-House-Stiftung, Cristina Guseth, Justizministerin. „Ich will eine effiziente und professionelle Mannschaft“, sagte Ciolos am Sonntag. Als Finanzministerin ist die Wirtschaftsanalystin der EU-Kommission, Anca Paliu Dragu, vorgesehen.

Sieben der 22 Kabinettsposten gehen an Frauen. Die meisten Kandidaten sind vergleichsweise jung und haben Wirtschaftserfahrung. Im Außenministerium setzt Cilios dagegen auf Erfahrung: Sein Kandidat Lazar Comanescu hatte den Posten bereits vor sieben Jahren inne. Der Karrierediplomat, der auch als Botschafter in Deutschland arbeitete, ist mit 66 Jahren der älteste im Kabinett. Polizeichef Petre Toba ist als Innenminister vorgesehen, Eisenbahndirektor Dan Marian Costescu als Verkehrsminister.

Seinen Kandidaten für das Gesundheitsministerium musste Ciolos schon nach wenigen Stunden wieder zurückziehen. Von dem 28-Jährigen Chirurgen Andrei Baciu warten Fotos aufgetaucht, auf denen er in Unterwäsche posiert.

Ciolos, ehemals EU-Kommissar für Landwirtschaft, ist von Staatspräsident Klaus Iohannis nominiert worden und muss sich in der kommenden Woche einer Vertrauensabstimmung im Parlament stellen. Die Parteien signalisierten am Sonntag Zustimmung. Sein Vorgänger Victor Ponta war am 4. November zurückgetreten, nachdem seine Regierung wegen des verheerenden Brandes in einem Nachtclub in die Kritik geraten war.

Falls Ciolos im Parlament scheitert, kann Iohannis jemand anderen nominieren. Fällt auch der zweite Kandidat im Parlament durch, gibt es vorgezogene Neuwahlen. Die nächsten regulären Wahlen sind für Ende kommenden Jahres geplant.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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