Nach Woche der Gewalt in den USA
Obama beschwört die Einheit der Nation

Nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten in der texanischen Metropole Dallas wächst in den USA die Angst vor weiterer Gewalt. Präsident Obama kehrt früher von einer Auslandsreise zurück, um den Ort der Tat zu besuchen.

DallasNach einer Woche der Gewalt und einer neu entbrannten Rassismus-Debatte in den USA mahnt Präsident Barack Obama seine Mitbürger zum Zusammenhalt. „Ich glaube fest daran, dass Amerika nicht so gespalten ist, wie einige es dargestellt haben“, sagte Obama am Rande des Warschauer Nato-Gipfel vor seiner vorgezogenen Abreise aus Europa am Sonntag.

Bei neuen Massenprotesten gegen Polizeigewalt in mehreren Großstädten kam es gleichwohl zu weiteren Ausschreitungen und Festnahmen. In der texanischen Metropole Dallas wurde das Polizeipräsidium am Samstag nach anonymen Drohungen gegen Beamte abgeriegelt. Die Suche nach einem Verdächtigen blieb aber ergebnislos.

Die USA stehen unter Schock, nachdem zunächst zwei Schwarze bei umstrittenen Polizeieinsätzen starben und dann ein Afroamerikaner fünf Beamte in Dallas erschoss. Obama erklärte, die Gesellschaft sei nicht extrem polarisiert und es sei auch kein Rückfall in die 1960er Jahre festzustellen. „Wir beobachten keine Straßenschlachten oder Polizisten, die es auf friedliche Demonstranten abgesehen hätten“, betonte der Präsident.

Alle Amerikaner seien aber zu Recht empört über „unverzeihliche Angriffe auf Polizisten“ ebenso wie über den Tod der zwei Schwarzen durch Schüsse von Beamten. Allerdings dürften die Taten Einzelner nicht für alle stehen. Den Täter von Dallas bezeichnete er als „verrückt“.

Obama reiste am Sonntag aus Polen weiter nach Spanien, doch das Gespräch mit König Felipe war von den jüngsten Ereignissen überschattet. „Die vergangene Woche war für die USA schwierig“, sagte Obama.

Der Präsident kehrt einen Tag früher als geplant in die USA zurück, um nach Dallas zu reisen. Dort hatte am Donnerstag ein 25-jähriger Afroamerikaner aus dem Hinterhalt fünf Polizisten erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Laut Polizei sympathisierte er mit einer radikalen Schwarzen-Bewegung. Er soll angegeben haben, aus Wut auf Weiße gezielt die Beamten ins Visier genommen zu haben.

Vorausgegangen war der Tod von zwei Schwarzen bei Polizeieinsätzen in St. Paul und Baton Rouge. Die Vorfälle haben die Diskussion über Rassismus und Polizeigewalt neu entfacht. Die Lage ist seit 2014 angespannt, als tödliche Schüsse auf einen schwarzen Teenager in Ferguson wochenlang gewaltsame Proteste auslösten. 

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Festnahmen nach Ausschreitungen

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