Nach Yuan-Abwertung
China verschärft Kontrollen von Kapitalverkehr

Weniger ist mehr – zumindest, was Chinas Verhältnis zum Markt angeht. Nachdem der Yuan nach einer Wechselkursliberalisierung dramatisch abwertete, setzt Peking nun wieder auf Kontrolle – und begrenzt den Kapitalverkehr.

PekingChina hat nach der Abwertung des Yuan die Kontrollen des Kapitalverkehrs verschärft. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg News am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, wies die staatliche Behörde zur Überwachung der Devisenmärkte die Finanzinstitutionen in Shanghai und Kanton an, die Kontrollen beim Umtausch und Verkauf ausländischer Devisen zu verstärken. Besonders aufmerksam sollten sie bei möglicherweise überzogenen Rechnungen im Exportgeschäft sein – einer beliebten Praxis zur Vertuschung von Kapitalbewegungen, wie die Zeitung „Financial Times“ unter Berufung auf ein internes Behördenpapier berichtete.

Die chinesische Zentralbank hatte am Dienstag mitgeteilt, dass Banken bei Terminverkäufen von ausländischen Devisen eine Kaution von 20 Prozent zahlen müssen, um Spekulationsgeschäfte zu begrenzen. Bei Termingeschäften werden Devisen zu einem festen Preis zu einem bestimmten Termin angeboten.

Chinas Währungsreserven, die höchsten der Welt, sind im August nach offiziellen Angaben um fast 94 Milliarden Dollar auf 3,56 Billionen Dollar (knapp 3,2 Billionen Euro) geschmolzen. Diese gesalzene Rechnung kam durch massive Dollarverkäufe zur Stützung des Yuan zusammen.

Nach der überraschenden Abwertung der Landeswährung gegenüber dem Dollar Mitte August hatte der Yuan binnen drei Tagen fast fünf Prozent an Wert verloren. Die Zentralbank sprach von einer einfachen Reform, Hintergrund sei eine neue Methode zur Berechnung des Wechselkurses, die sich stärker am Markt orientiere. Gleichzeitig sollte damit aber auch der Export angekurbelt werden. An den Finanzmärkten verstärkte sich dadurch die Sorge, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schwächer ist als gedacht.

Der chinesische Regierungschef Li Keqiang bemühte sich am Donnerstag auf einer internationalen Konferenz, Sorgen wegen der aktuellen Konjunktur und möglichen Folgen für die globale Wirtschaft zu zerstreuen. „Hochs und Tiefs in der Wirtschaftsleistung sind kaum zu vermeiden“, sagte er beim Weltwirtschaftsforum in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian. Dies sei „natürlich“ in einer Zeit des Übergangs. Der Wandel seines Landes von einer exportorientierten Nation zu einem stärker auf die Binnennachfrage ausgerichteten System werde „schmerzhaft und heimtückisch“ sein, warnte er. Mit der stärkeren Ausrichtung auf den Binnenkonsum will China ein nachhaltigeres Wachstum erreichen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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