Nach Zelaya-Rückkehr
Zwei Tote in Honduras

Bei Unruhen nach der Rückkehr des gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya in seine Heimat am Montag dieser Woche sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Lage ist immer noch gespannt.

HB TEGUCIGALPA. Zuletzt lieferten sich Anhänger Zelayas und Sicherheitskräfte am Mittwoch Straßenschlachten, bei denen zudem mehrere Personen auf beiden Seiten verletzt wurden. Zuvor war die seit Montag geltende Ausgangssperre für sieben Stunden unterbrochen worden. Zelaya war am 28. Juni gestürzt und des Landes verwiesen worden. Seit seiner heimlichen Rückkehr am Montag hält er sich in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa auf.

Unterdessen kündigten die EU und die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) an, die im Juli aus Honduras abberufenen Botschafter ihrer Staaten wieder dorthin zurückschicken. Mit dem Schritt sollten Zelaya und seine gestürzte Regierung unterstützt werden, teilten der spanische Außenminister Miguel Ángel Moratinos und OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza am Mittwochabend (Ortszeit) am Rande der UN-Vollversammlung in New York mit.

Die Hauptkontrahenten des Konfliktes, Zelaya und Interimspräsident Roberto Micheletti, signalisierten inzwischen weiterhin Gesprächsbereitschaft. Micheletti sagte, die für November geplanten Präsidentschaftswahlen seien der Ausweg aus der Krise. Auch Zelaya werde die Möglichkeit haben, seinen Kandidaten in dem demokratischen Wahlprozess unterstützen. Sollte dieser den Sieg davontragen, werde dies respektiert.

Zelaya bekräftigte ebenfalls seine Dialogbereitschaft, schränkte diese aber ein. "Mit Terroristen, die das Land als Geisel nehmen, ist ein Dialog nicht möglich." Dem staatlichen spanischen Rundfunk sagte er sogar: "Wir befürchten, dass bewaffnete Söldner die Botschaft stürmen, um uns zu ermorden." Die Interimsregierung wirft Zelaya Verfassungsbruch und andere Vergehen vor, will ihn vor Gericht stellen.

Vor den Supermärkten und sonstigen Geschäften, wo es teilweise in der Nacht zuvor zu Plünderungen gekommen war, bildeten sich am Mittwoch lange Schlangen. Es kam zu chaotischen Szenen. Die Regierung rief die Menschen zur Ruhe auf und bat sie, keine Hamster- oder Panikkäufe zu tätigen. Auch vor den Tankstellen warteten die Menschen in langen Schlangen darauf, ihr Fahrzeug volltanken zu können. Am Abend beruhigte sich die Lage wieder. Die Regierung will, wie am Abend mitgeteilt wurde, von Tag zu Tag über eine Unterbrechung oder Lockerung der Ausgangssperre entscheiden.

Die Anhänger Zelayas wollten an diesem Donnerstag erneut auf die Straßen gehen. Sie wollten ihren Widerstand fortsetzen, bis Zelaya die Botschaft Brasiliens verlassen könne und wieder ins Präsidentenamt eingesetzt werde.

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