Nach zwei Monaten
Iran lässt drei Belgier frei

Nach zwei Monaten Haft im Iran sind drei der Spionage bezichtigte Belgier nach Angaben iranischer Medien vom Mittwoch wieder frei gekommen. Auch im Atomstreit mit dem Westen gibt sich Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad dialogbereit.
  • 0

HB TEHERAN. Die drei Ausländer seien in einer verbotenen Zone festgenommen worden. Dort hätten sie versucht, illegal "Informationen zu sammeln". Die drei Belgier seien auf Anweisung der Staatsanwaltschaft entlassen und am Dienstag der belgischen Botschaft in Teheran übergeben worden.

Angaben über den genauen Ort, den die Männer unerlaubt betreten haben sollen, wurden nicht gemacht. Von belgischen Behörden gab es zunächst keine Reaktion auf den Bericht.

Bisher gab es auch keinerlei Berichte über die Festnahme der Belgier oder Proteste aus Brüssel dagegen. Unklar ist auch, warum die Belgier trotz des Spionagevorwurfs nach zwei Monaten freigekommen sind. Auf Spionage stehen im Iran lange Haftstrafen und sogar die Todesstrafe. Beobachter vermuten daher, dass Teheran und Brüssel über diplomatische Kanäle zu einem Kompromiss gekommen sind, der zur Freilassung der drei Belgier geführt hat.

Ahmadinedschad gibt sich gesprächsbereit

Im Atomstreit mit dem Westen hat Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad erneut Gesprächsbereitschaft erklärt. Sein Regime sei an einer weiteren Eskalation des Konflikts nicht interessiert und "zu weiteren Gesprächen über globale Probleme bereit", zitierte das staatliche Fernsehens auf seiner Internetseite den Präsidenten nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch in Teheran. Der Iran meine es aber mit seiner Ankündigung ernst, zehn weitere Anlagen zur Urananreicherung zu errichten, erklärte Ahmadinedschad.

Die fünf ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats und Deutschland hatten Teheran angeboten, in Russland und Frankreich Uran für einen Forschungsreaktor hoch anreichern zu lassen. Der Iran fürchtet, die Weltmächte könnten die Rücklieferung des Materials, das auch zum Bau einer Atombombe dienen könnte, verweigern und will das Material nicht aus der Hand geben. Der Westen hat eine Verschärfung der Uno-Sanktionen angekündigt, wenn der Iran weiter nicht auf das Angebot zur Urananreicherung im Ausland reagiert.

Kommentare zu " Nach zwei Monaten: Iran lässt drei Belgier frei"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%