Nachbarländer schweigen zu Vertreibungspolitik
Blair setzt Afrikas Führer unter Druck

Der britische Premier Tony Blair hat den Druck auf die Nachbarn Simbabwes erhöht, etwas gegen das „abscheuliche Mugabe-Regime“ zu tun. „Die Lösung des Problems dort kann nur von den Nachbarn und von Simbabwe selbst ausgehen“, sagte Blair am Montag in London.

KAPSTADT. Eine Mitverantwortung Großbritanniens als einstiger Kolonialmacht Simbabwes für die Situation in dem afrikanischen Staat bestritt er.

Präsident Robert Mugabe hatte die Slumsiedlungen des südafrikanischen Landes systematisch zerstören lassen. Afrikas Eliten schweigen dazu, obwohl in Simbabwe Millionen von Menschen zu Flüchtlingen geworden sind.

Dass Blair kurz vor dem G8-Gipfel den Druck auf Simbabwe erhöht, kommt Afrikas Führern ungelegen. Denn die führenden Industrieländer wollen kommende Woche in Schottland gerade auf Blairs Wunsch eine Afrika-Initiative starten. Die G8-Finanzminister hatten den ärmsten Ländern bereits die Schulden gestrichen. Mit seiner Mugabe-Kritik machte Blair jetzt jedoch deutlich, dass die afrikanischen Politiker ihren Anteil an der Gesundung des Kontinentes leisten müssen.

Dabei ist das einstige Vorzeigeland Simbabwe ein Beispiel, wie wichtig eine gute Regierungsführung wäre. Denn das Land leidet nicht an Geldmangel, sondern wird von einem Despoten systematisch zerstört. Eine Uno-Sonderdelegation will sich diese Woche von den Auswirkungen der Vertreibung ein Bild machen. Nach Angaben der Polizei wurden über 30 000 Simbabwer verhaftet, bis zu 1,5 Millionen Menschen haben ihre Bleibe verloren.

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