Nachfolge von Annan
Neuer Uno-Chef wird Asiate sein

Die Vetomacht China lässt bei der anstehenden Wahl des neuen Generalsekretärs der Vereinten Nationen die Muskeln spielen. Für den Fall, dass früh gestartete Kandidaten auf der Strecke bleiben, gibt es zwei Geheimfavoriten.

GENF. Der Kampf um den Spitzenjob in der Weltpolitik geht in die heiße Phase: Um die Nachfolge von Uno-Generalsekretär Kofi Annan streiten sich vier offizielle Kandidaten. Diplomaten befürchten, dass sich das offene Rennen quälend lang hinzieht. Vize-Uno-Generalsekretär Mark Malloch Brown warnte bereits, dass die Mitglieder der Organisation sehr gespalten seien: „Wir hoffen, dass wir nicht zu lange auf ein Einigung warten müssen.“ Topdiplomaten wie Pakistans Uno-Botschafter in New York, Munir Akram, prognostizieren: „Die endgültige Entscheidung wird wohl erst nach Beginn der nächsten Uno-Generalversammlung Mitte September fallen.“ Klar ist: Der achte Uno-Generalsekretär wird ein schweres Erbe übernehmen. Vor allem das zentrale Uno-Projekt der vergangenen Jahre, die große Reform der Weltorganisation, ist lediglich ein Torso.

Klar ist auch: Am 1. Januar wird ein Asiat Annans Nachfolge antreten. Denn die Vetomacht China pocht auf einen Generalsekretär vom bevölkerungsreichsten Kontinent. Die Pekinger Führung macht klar, dass sie jeden Nicht-Asiaten blockieren werde. „Auch die USA haben inzwischen akzeptiert, dass es auf einen Asiaten hinausläuft“, hebt ein Diplomat hervor.

Lange Zeit gab Washingtons Uno-Botschafter John Bolton die Parole aus: „Wir wollen den besten Kandidaten, die Herkunft zählt nicht.“ Offiziell hat sich Washington noch nicht für einen möglichen Annan-Nachfolger entschieden.

Bislang präsentieren nur asiatische Regierungen ihre Kandidaten: Für Indien geht Uno-Untergeneralsekretär Shashi Tharoor ins Rennen, Südkorea hat Außenminister Ban Ki Moon nominiert. Thailand schlägt Vizeregierungschef Surakiart Sathirathai vor. Und Sri Lanka will den erfahrenen Diplomaten Jayantha Dhanapala an der Uno-Spitze sehen. Zunächst müssen die Kandidaten die Vetomächte im Uno-Sicherheitsrat überzeugen: Die USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien können jeden Möchtegern-Uno-Chef zu Fall bringen. Einigt sich der Rat, bestätigt die Generalversammlung später die Wahl.

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