Nachfolge
Weltbank-Chef muss kein Amerikaner sein

Australien hat sich Forderungen angeschlossen, die Nachfolge des zurückgetretenen Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz nicht länger US-Amerikanern vorzubehalten.

HB SYDNEY. Der Posten müsse auch Kandidaten aus anderen Ländern offen stehen, erklärte Finanzminister Peter Costello am Sonntag. Seine Regierung hoffe, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank ihren Reformprozess fortsetzten und mit einer neuen Offenheit bei der Besetzung der Chefposten auf Bedenken vieler Mitgliedsländer reagierten. Traditionell wählen die USA den Weltbank-Präsidenten aus, der IWF wird traditionell von einem Europäer geführt.

Australien unterstütze mit Nachdruck die Haltung der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20), die Präsidenten der Weltbank und des IWF in einem offenen und transparenten Verfahren ohne Einschränkungen durch Nationalitäten auszuwählen, erklärte Costello. Eine entsprechende Erklärung hatten die G-20 unter Vorsitz Australiens im vergangenen Jahr verabschiedet. Am Samstag hatten Südafrika als derzeitiger G-20-Vorsitzender und Mitgliedsland Brasilien gefordert, bei der Suche nach einem Wolfowitz-Nachfolger diese Position umzusetzen.

Wolfowitz hatte Mitte des Monats seinen Rücktritt zum 30. Juni angekündigt. Er zog damit die Konsequenzen aus dem Vorwurf, seine Lebensgefährtin bei einer Beförderung begünstigt zu haben. US-Präsident George W. Bush erklärte zuletzt, dass er sich wieder einen Landsmann als Weltbank-Chef wünsche.

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