Nachfolgedebatte
Van Rompuy hinterlässt klaffendes Loch

Van Rompuys Abgang hinterlässt ein klaffendes Loch im austarierten politischen Gefüge Belgiens. Nun sucht die fragile Fünf-Parteien-Koalition händeringend nach einem geeigneten Nachfolger für das Amt des Ministerpräsidenten.
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HB BRÜSSEL. Nach der Berufung des belgischen Ministerpräsidenten Herman Van Rompuy zum EU-Ratspräsidenten sucht Belgien einen neuen Regierungschef. Van Rompuys christdemokratische Partei CD&V bekräftigte ihren Anspruch auf den Posten: „Das Ministerpräsidentenamt steht der CD&V zu“, sagte die Parteivorsitzende Marianne Thyssen der belgischen Zeitung „De Standaard“. Die CD&V führt eine Koalition aus insgesamt fünf Parteien an.

Zu Berichten, wonach die CD&V den früheren Ministerpräsidenten und heutigen Außenminister Yves Leterme erneut an die Spitze der Regierung setzen will, wollte Thyssen sich nicht äußern. Die Regierung Leterme war im vergangenen Dezember wegen eines Justizskandals zurückgetreten. Leterme wurde vorgeworfen, er habe versucht, ein Gerichtsverfahren um die Zerschlagung der Fortis-Bank zu manipulieren. Die Untersuchung der damaligen Ereignisse dauert noch an, trotzdem kehrte Leterme bereits im Juli als Außenminister in die Regierung zurück.

Der Ex-Regierungschef ist im mehrsprachigen Belgien sehr umstritten. Leterme, der wie Van Rompuy Flame ist, gilt als harter Vertreter flämischer Interessen und hat sich bei den französischsprachigen Wallonen äußerst unbeliebt gemacht.

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