Nachfolger für Köhler an der IWF-Spitze gesucht
USA legen Lemierre keinen Stein in den Weg

Deutschland und Frankreich wollen den Leiter der Londoner Osteuropabank, den Franzosen Jean Lemierre, als Köhler-Nachfolger an die Spitze des Internationalen Währungsfonds hieven. Die USA werden nach Angaben aus Kreisen der Euro-Zone die Kandidatur des Franzosen nicht ablehnen. Widerstand regte sich dagegen in Großbritannien.

HB LONDON. Frankreich habe bei den USA vorgefühlt und diese hätten signalisiert, dass sie Lemierre nicht ablehnten, hieß es am Montag in den Kreisen. „Die Franzosen hätten keinen Kandidaten vorgeschlagen, ohne ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Die Amerikaner werden ihn nicht ablehnen,“ hieß es in den Kreisen.

Deutschland hatte am Wochenende Unterstützung für Lemierre, der derzeit Chef der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) ist, als Nachfolger des Deutschen Horst Köhler signalisiert. Im Gegenzug will Frankreich den Kreisen zufolge eine deutsche Bewerbung um den noch zu schaffenden Posten eines EU-Vizepräsidenten unterstützen.

Das britische Schatzamt machte unterdessen deutlich, dass es eine derartige bilaterale Vereinbarung ablehne. Ein Sprecher der Behörde sagte Reuters, es gebe eine Reihe ausgezeichneter Kandidaten für das Amt des IWF-Chefs und keiner davon sollte schon jetzt bevorzugt oder ausgeschlossen werden. „Wir würden einen offeneren und konsultativeren Prozess vorziehen. Aber es ist noch keine Vereinbarung erzielt worden und es gibt derzeit keinen Kosens über das weitere Vorgehen“, sagte er.

Der Posten des IWF-Chefs ist seit Anfang März vakant. Köhler hatte sein Amt niedergelegt, nachdem er als Kandidat für die Wahl des deutschen Bundespräsidenten nominiert worden war.

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