Nachfolger von Kofi Annan
Ban Ki Moon wird neuer UN-Generalsekretär

Der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon wird am 1. Januar als Nachfolger von Kofi Annan achter Generalsekretär der Vereinten Nationen.

HB NEW YORK. Erwartungsgemäß bestätigte die UN-Vollversammlung den 62-Jährigen am Freitag per Akklamation, nachdem ihn der Sicherheitsrat am Montag nominiert hatte. Hunderte von Diplomaten und UN-Beschäftigte applaudierten laut, als die Präsidentin der Vollversammlung, Scheicha Haja Rasched al Chalifa aus Bahrein, die Vertreter der 192 Mitgliedsstaaten aufforderte, die Resolution zur Ernennung Bans anzunehmen. Sie schlug mit dem Hammer zu und erklärte: „Es ist so beschlossen.“

Annan, der nach zehn Jahren aus dem Amt scheidet, lobte seinen Nachfolger als künftigen Generalsekretär, der ein besonderes Gespür für die Empfindlichkeiten von Ländern auf allen Kontinenten habe. Ban denke wahrhaft global. Er leitet künftig eine Organisation mit 92.000 Blauhelmen in Friedenseinsätzen weltweit und einem Jahresbudget von fünf Milliarden Dollar (vier Milliarden Euro).

Ban ist seit mehr als zwei Jahren südkoreanischer Außenminister und arbeitete für zwei Präsidenten als Sicherheitsberater. Seit fast 40 Jahren ist er im diplomatischen Dienst. Er sehe sich in erster Linie als Diplomat im Weltgeschehen und wolle die Tagesgeschäfte der UN großenteils seinem Stellvertreter übertragen, hat der 62-Jährige angekündigt. Eine seiner ersten Reisen werde ihn nach Nordkorea führen, erklärte er in der vergangenen Woche. Außerdem will er sich wie Annan für eine Reform der Vereinten Nationen einsetzen.

Kritiker hatten bemängelt, Ban fehle der nötige Biss für das Amt des Generalsekretärs, und er werde eine schwache Führungsfigur abgeben. Er möge zwar nicht wie eine starke Persönlichkeit aussehen, konterte der Südkoreaner, aber er habe „innere Stärke“. Bans Wahl war eine der schnellsten und einmütigsten in der Geschichte der UN. Nach der letzten von vier informellen Abstimmungen im Sicherheitsrat am Montag vergangener Woche hatten die fünf Mitbewerber des Südkoreaners ihre Kandidatur zurückgezogen. Der letzte Asiate, der das Amt innehatte, war von 1961 bis 1971 U Thant aus Birma.

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