Nachgefragt
"Benzin ist billiger als Wasser"

Abdulgader Omar Elkhair, Industrie- und Handelsminister in Libyen, im Handelsblatt-Interview über Pläne des Landes, die Unternehmen für ausländische Investoren zu öffnen.

Erwarten Sie, dass die EU ihre letzten Handelsbeschränkungen gegenüber Libyen aufhebt, nachdem US-Präsident Bush die Sanktionen vergangene Woche beendet hat?

Wir hätten diesen Schritt von Europa eigentlich viel früher erwartet. Libyen hat die meisten Verpflichtungen gegenüber der internationalen Völkergemeinschaft erfüllt. Wir nehmen das auch weiterhin sehr ernst. Europa schadet sich selbst, wenn es die Lieferungen von High-Tech-Produkten erschwert. Nehmen Sie doch nur das Beispiel Flugzeuge oder Ersatzteile für die Ölindustrie.

Gehen Sie davon aus, dass mit dem Besuch von Oberst Gaddafi in Brüssel heute eine Normalisierung ermöglicht wird und das Waffenembargo der EU fällt?

Die Normalisierung mit der EU verläuft eigentlich reibungslos. Auch die deutsch-libyschen Beziehungen sind auf gutem Wege. Das ist nur noch eine Frage der Zeit. Wichtiger als das Waffenembargo ist für uns allerdings, dass wir wieder Technologie ohne Beschränkungen einfüh-ren können. Unser Führer Muammar Gaddafi hat das ganz klar gemacht: Wir müssen die Unterentwicklung bekämpfen und den Hunger. Dafür brauchen wir Partner. Mit Waffen kann man das nicht erreichen.

Wen sehen Sie als ihren wichtigsten künftigen Verbündeten, Europa oder die USA? Europa ist immer schon unser historischer Partner gewesen. Auch als wir noch normale Beziehungen zu den USA unterhalten hatten. Das bleibt auch so, nicht nur wegen der geografischen Nähe.

Libyen hat erste Schritte zur Reform und Öffnung der Wirtschaft eingeleitet. Gibt es Widerstand gegen diesen Kurs?

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