+++Nachrichtenblog+++
Neue Sanktionen gegen Russland

Rund um die Absturzstelle der Boeing schweigen die Waffen. In Brüssel haben die EU-Außenminister über weitere Sanktionen gegen Russland entschieden. Doch am Dienstag sollen die Details noch nicht veröffentlicht werden.
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Berlin/Brüssel/Kuala Lumpur/Moskau Die ukrainischen Separatisten haben die Flugschreiber der abgestürzten Passagiermaschine den malaysischen Behörden übergeben. Die Leichen der Absturzopfer sollen in die Niederlande geflogen werden. Kremlchef Wladimir Putin telefoniert erneut mit seinem niederländischen Kollegen, Regierungschef Mark Rutte. In Brüssel beraten die EU-Außenminister über weitere Strafmaßnahmen gegen Russland. Die wichtigsten Nachrichten im Überblick.

+++EU will am Donnerstag über Sanktionen gegen Russland entscheiden+++

Die EU will im Ukraine-Konflikt am Donnerstag darüber entscheiden, gegen welche Personen oder Firmen weitere Sanktionen verhängt werden. Die EU-Außenminister würden am Dienstag keine Namen auf die Liste für Strafmaßnahmen setzen, sagten zwei EU-Diplomaten. Stattdessen solle die EU-Kommission bis Donnerstag Vorschläge machen, wer ins Visier genommen werden soll.

+++Frans Timmermans bewegende Worte vor dem UN-Sicherheitsrat+++

„Wir sind hier zusammengekommen, um über eine Tragödie zu sprechen: Den Abschuss einer Verkehrsmaschine und den Tod von 298 unschuldigen Menschen. Männer, Frauen und eine niederschmetternde Zahl von Kindern haben ihr Leben verloren. Sie waren auf dem Weg in den Urlaub, nach Hause, zu ihren Liebsten, ihrer Arbeit oder internationalen Verpflichtungen. ... Seit Donnerstag denke ich darüber nach, wie furchtbar die letzten Momente ihres Lebens gewesen sein müssen, als sie wussten, dass das Flugzeug abstürzen wird. Haben sie die Hand eines geliebten Menschen gehalten? Haben sie ihre Kinder fest an sich gedrückt, haben sie einander in die Augen gesehen, ein letztes Mal, ein stummer Abschied? Wir werden es nie erfahren.“

+++Ost-Ausschuss: Ukraine-Krise bedroht Jobs +++
Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, hat vor drastischen Folgen des bewaffneten Konflikts in der Ukraine für Osteuropas Volkswirtschaften und auch deutsche Exporteure gewarnt. „Unabhängig von Wirtschaftssanktionen dürften die deutschen Exporte nach Russland und in die Ukraine in diesem Jahr um über sechs Milliarden Euro sinken“, schätzte er am Dienstag in einer Mitteilung des Ausschusses. Allein dadurch seien in Deutschland mindestens 25 000 Jobs in Gefahr. Die sich verschärfende Ukraine-Krise macht sich weiterhin auch am russischen Finanzmarkt bemerkbar. Eine für Mittwoch geplante Auktion von Staatsanleihen wurde laut Finanzministerium in Moskau abgesagt.

+++Identifizierung der Opfer+++
Alle 298 Opfer des Absturzes von Flug MH17 werden in den Niederlanden identifiziert. Verantwortlich dafür ist das nationale Team forensischer Ermittlungen der Polizei (LTFO). Die Opfer werden zu einer Kaserne in Hilversum unweit von Amsterdam gebracht. Dort werden die Experten sie nach Regeln von Interpol identifizieren. Herangezogen werden dabei Fingerabdrücke, Gebiss und DNA-Proben.

+++Niederlande leiten Untersuchung zur Absturzursache+++
Die Niederlande haben die Leitung der internationalen Untersuchung zur Absturzursache von Flug MH17 in der Ostukraine übernommen. Dies sei auf Ersuchen der ukrainischen Regierung geschehen, teilte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag mit.

+++Putin: Russland muss sich gegen Vordringen der Nato wappnen+++
Russland muss sich nach den Worten von Präsident Wladimir Putin gegen das Vorrücken von Nato-Truppen an seinen Grenzen wappnen. Zwar bestehe keine unmittelbare militärische Bedrohung für die staatliche Souveränität seines Landes, sagte Putin am Dienstag bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates. Aber er warnte: „Die Gruppierung von Nato-Truppen auf dem Gebiet der osteuropäischen Staaten wird demonstrativ verstärkt, auch auf der Ostsee und dem Schwarzen Meer.“ Darauf müsse Russland angemessen reagieren und seine Abwehrbereitschaft gerade auf der Krim und in Sewastopol erhöhen. Russland hatte die ukrainische Halbinsel mit dem Marinestützpunkt im März annektiert, was international nicht anerkannt wird.

+++Mandat für OSZE in Ukraine verlängert+++
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat das Mandat ihrer Beobachter in der Ukraine um ein halbes Jahr verlängert. Das teilte die Organisation am Dienstag in Wien mit. Das bisherige Mandat läuft am 20. September aus. Die Verlängerung sei einstimmig – mit den Stimmen der Ukraine und Russlands – gebilligt worden. Die OSZE will mit ihren Beobachtern unabhängig von Regierungsstellen Informationen über die Lage in der Ukraine sammeln.

Kommentare zu " +++Nachrichtenblog+++: Neue Sanktionen gegen Russland"

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  • Ukraine - Failed state

    Ungeklärte Massaker , das scheint dort eine Spezialität zu sein.

    - Maidan (Todesschüsse auf Demonstranten und Polizei aus dem gl.Gebäude)

    - Odessa ( mysteriöse Provokateure mit roten Armbändern)

    - MH17 ( vorsätzlicher Abschuss durch unbekannte Täter )

    Nicholas Scherrer, Aviation-Experte für Flugzeugvorfälle: Als Amateur wären Sie gar nicht in der Lage, so ein komplexes System zu bedienen. Also, wenn Sie als Profi eine Militärmaschine abschiessen wollen, warum fokussieren Sie als Ziel dann ein ziviles Flugzeug?“

    Karl-Josef Dahlem, Chefberater für Luftverteidigungssysteme beim europäischen Rüstungskonzern MBDA. : Selbst ohne IFF-Antwort hätte es für die Buk-Mannschaft deutliche Anzeichen gegeben, dass es sich um eine zivile Maschine handelte. […] Ein Unfall durch einen Bedienungsfehler sei deshalb unwahrscheinlich
    IFF = (Identification Friend or Foe)

  • Erlass der Regierung, Ukraine beschließt Teilmobilmachung der Bevölkerung
    Dass also ist Friedenspolitik der USA und Europa (BRD)?
    Das Volk muss jetzt den Mist der Europäischen sowie der USA deren sogenannter Friedenspolitik auslöffeln mit ihrem Blut???
    Haben dies die Menschen verdient?
    Es ist durch das Zündeln der USA und EU zu dieser Situation erst gekommen, wo ist jetzt Steinmeier mit seinen vollmundigen Worten?
    Ich hoffe er geht jetzt in die Ukraine und seines gleichen, um die Menschen zu schützen!!!

  • Unsere Presse ? Unsere Presse presst was die Amis befehlen und sagen. Es gibt schon lange kein investigativer Journalismus mehr. Alles bezahlte Schreiber.

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