„Nachtwölfe“ in Berlin Putins Rockergang erinnert an Kriegsende

Eine dem Kreml nahe stehende Motorradgang will mit einer Tour den Vormarsch der Roten Armee 1945 nachzeichnen. Nun sind die „Nachtwölfe“ in Berlin angekommen. Dort treffen sie auch auf Sympathisanten aus Deutschland.
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Kremlchef Putin hat es ausprobiert: Motorradfahren mit dem Biker-Club „Die Nachtwölfe“. Quelle: AFP

Kremlchef Putin hat es ausprobiert: Motorradfahren mit dem Biker-Club „Die Nachtwölfe“.

(Foto: AFP)

BerlinMitglieder und Sympathisanten des kremlnahen russischen Motorradclubs „Nachtwölfe“ haben in Berlin der Gefallenen im Zweiten Weltkrieg gedacht. Sie legten am Freitag rote Nelken im Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst nieder, wo die deutsche Militärführung in der Nacht zum 9. Mai 1945 die Kapitulationsurkunde unterzeichnet hatte. Die Rocker knieten in Reihe vor einem Gedenkstein nieder. Anschließend besuchten sie die Ausstellung in dem Museum.

Am Museum hatten sich mehr als 30 Rocker versammelt, unter ihnen auch Sympathisanten aus Deutschland. Es sei einfach unmöglich, dass einigen Clubmitgliedern die Einreise nach Deutschland verweigert worden sei, kritisierte ein Rocker. „Das empört uns.“ Die Biker seien nicht vom russischen Präsidenten Wladimir Putin geschickt worden, sondern von ihrem Anführer, Alexander Saldostanow, der als Freund Putins gilt.

Wie russische Soldaten zum Kult werden
Soldaten ohne Hoheitsabzeichen
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Im März 2014 waren auf der ukrainischen Halbinsel Krim plötzlich Soldaten ohne nationales Hoheitsabzeichen aufgetaucht und stellten den Westen und Kiew damit vor vollendete Tatsachen. Erst kürzlich hat der russische Präsident Wladimir Putin im russischen Staatsfernsehen bestätigt, was zu Anfang nur Vermutung war: Er gab den Befehl zur Eroberung der Krim.

„Höfliche Menschen“
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In Russland nennt man die Soldaten in den ungekennzeichneten grünen Kampfanzügen nur „höfliche Menschen“. Der Begriff wurde geprägt durch russische Staatsmedien, die statt von bewaffneten Maskierten auf der Krim lieber von „höflichen Menschen“ sprach.

Für 17 Euro zu haben
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Die T-Shirts werden von der russischen Jugendmarke „Anyavanya“ hergestellt und kosten 1200 Rubel, umgerechnet 17 Euro. Verkauft werden sie unter anderem als Souvenir auf der Krim und in Russlands größtem Einkaufszentrum, dem GUM in Moskau.

Putin der „Höflichste“
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Neben Aufdrucken mit Soldaten zeigen die „Anyavanya“-Motive auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin, hier mit der Unterschrift: „der höflichste aller Menschen“. Ein anderes T-Shirt zeigt Putin mit Hawaiihemd und Cocktail in der Hand. Darunter ist zu lesen: „Greetings from Crimea“.

Judo mit Obama
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Wieder ein anderes T-Shirt bildet Putin offenbar im Judokampf mit US-Präsident Barack Obama ab. Darunter der Text: „Unsere Antwort auf die Sanktionen“.

Für alle Altersklassen
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Der Designer der T-Shirts sagte der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“, es gebe derzeit sehr viele Bestellungen aus dem Ausland. „Das kann eine 18-Jährige sein, aber auch eine 55-jährige Rentnerin.“

Auch Tassen verfügbar
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Nicht nur T-Shirts, auch Tassen gibt es in Russland mit dem Aufdruck „höfliche Menschen“. Der Begriff hat sich zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt. Bei der Vorstellung der T-Shirts im Moskauer Kaufhaus GUM waren auch Prominente aus dem russischen Showbusiness anwesend.

Am Samstag wollen die „Nachtwölfe“ nach eigenen Angaben an den sowjetischen Ehrenmalen im Treptower Park und im Tiergarten an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa vor 70 Jahren erinnern.

Die „Nachtwölfe“ wollten mit ihrer Tour nach Berlin den Vormarsch der Roten Armee 1945 nachzeichnen. Die Fahrt aus Anlass des 70. Jahrestages des Kriegsendes war am 25. April in Moskau gestartet und soll am 9. Mai enden. Russland begeht dann den Tag des Sieges über Hitlerdeutschland.

  • dpa
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1 Kommentar zu "„Nachtwölfe“ in Berlin: Putins Rockergang erinnert an Kriegsende"

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  • Ich würde mir wünschen, 100.000 russische Rocker würden den elenden Sumpf Berlin mal so richtig aufmischen!

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