Nachwuchsterroristen waren nicht polizeibekannt
ETA-Anschlag in Madrid vereitelt

In zwei Koffern im Intercity von Frankreich nach Madrid waren die 50-Kilo-Bomben versteckt. Bei einer Durchsuchung in Burgos entdeckte die Polizei die beiden Koffer - und verhinderte ein Blutbad.

HB MADRID. Die spanische Polizei hat am Mittwoch einen Anschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA auf den zweitgrößten Bahnhof Madrids vereitelt. Die in zwei Koffern versteckte 50-Kilo-Bombe sollte um 15.55 Uhr an Heiligabend auf dem Chamartín-Bahnhof im Norden der Hauptstadt gezündet werden, teilte Innenminister Angel Acebes mit. Die beiden dafür vorgesehenen Terroristen seien jedoch rechtzeitig festgenommen worden. Damit habe die Polizei ein Massaker zur Hauptreisezeit verhindert. In dem Bahnhof herrschte am Mittwoch Hochbetrieb, weil viele Spanier zu Weihnachten mit dem Zug zu ihren Verwandten fahren.

Einer der beiden Männer wurde in einem Intercity gefasst. Er hatte einen der Koffer mit rund 25 Kilogramm Dynamit bei sich. Der mit 100 Menschen besetzte Zug wurde auf der Fahrt von Irún nach Madrid in Burgos gestoppt und evakuiert. Den zweiten mutmaßlichen Terroristen nahm die Polizei in der baskischen Kleinstadt Hernani bei San Sebastián fest. Er habe mit dem zweiten Koffer in einem Auto nachkommen wollen. In Madrid sollten dann beide Sprengsätze verbunden und mit einer Zeitschaltuhr zur Explosion gebracht werden, hieß es weiter.

Acebes sprach von einem „makabren Plan“. Die erste Bombe hätte nach seinen Worten auch in dem Zug hochgehen können. Das Attentat sollte nach Ansicht der Sicherheitskräfte eine Racheaktion für die Festnahme des mutmaßlichen ETA-Chefs Gorka Palacios vor knapp drei Wochen in Südfrankreich sein. Damals hatte die französische Polizei zugleich die Führungsspitze der Organisation zerschlagen. Die beiden am Mittwoch gefassten Männer waren bislang bei der Polizei nicht aktenkundig geworden. Dies bedeute, dass die ETA zwei Nachwuchs- Terroristen beauftragt habe, hieß es.

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