Nafta-Staaten
Tempodruck nach erster Verhandlungsrunde

Die erste Runde der Nafta-Gespräche ist vorbei - Kanada, Mexiko und die USA wollen den Rest der Verhandlungen so schnell wie möglich durchziehen. Die drei Teilnehmer gestehen aber auch ein, dass noch viel Arbeit anstehe.
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WashingtonNach der erste Runde der Gespräche über Änderungen an dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta haben sich die Beteiligungen zu einem hohen Verhandlungstempo bekannt. In einer am Sonntag veröffentlichten, gemeinsamen Erklärung der USA, Kanadas und Mexikos wurde von einem "beschleunigten und umfassenden Verhandlungsprozess" gesprochen. Dieser werde allerdings sehr viel Arbeit erfordern. Einzelheiten über den Stand der Verhandlungen nach den ersten fünf Gesprächstagen wurden zunächst nicht bekannt. Ein Insider sagte, es seien noch nicht alle Positionen offengelegt worden. Die nächste Runde der Gespräche soll vom 1. bis 5. September in Mexiko stattfinden.

Geplant sind Treffen alle drei Wochen mit dem Ziel einer Einigung noch bis Jahresende - in den USA und Mexiko stehen 2018 Wahlen an. Experten haben das Tempo als sehr ambitioniert bezeichnet angesichts der sonst langwierigen Verhandlungen bei internationalen Handelsverträgen und den Differenzen bei zentralen Punkten.

Ein Teilnehmer der Gespräche, der namentlich nicht genannt werden wollte, sprach allerdings von Verhandlungen, die anders seien als bisherige. Die einzelnen Gruppen hätten klare Anweisungen erhalten, sagte der Insider: "Arbeiten Sie und arbeiten Sie schnell."

Seit dem Inkrafttreten von Nafta 1994 hat sich der Handel zwischen den USA, Kanada und Mexiko vervierfacht. US-Präsident Donald Trump hat das Abkommen allerdings als eine Katastrophe bezeichnet, die den Arbeitern in den USA geschadet und viele Jobs gekostet habe. Er verweist auf das Handelsdefizit mit Mexiko, das derzeit 64 Milliarden Dollar jährlich betrage. Der US-Präsident hat gedroht, das Abkommen aufzukündigen, falls keine Verbesserungen für die USA erzielt werden sollten. Kanada und Mexiko wollen dagegen ein zentralen Teilen von Nafta festhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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