Nagelbombe gefunden
Zwei Terroristen von Brüssel sind identifiziert

Kurz vor den Anschlägen von Brüssel erfasst eine Kamera am Flughafen drei Männer. Zwei sprengen sich in die Luft, sie waren Brüder. Die Polizei fahndet nach dem dritten. Ein Hinweis soll von einem Taxifahrer gekommen sein.

Brüssel/BerlinNach den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt Brüssel fahndet die Polizei mit Hochdruck nach einem flüchtigen Terrorverdächtigen und möglichen Hintermännern. Spezialeinheiten durchsuchten bis zum frühen Mittwochmorgen Gebäude in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden in einer Wohnung eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie ein Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen gefunden.

Die zwei Männer, die sich am Flughafen von Brüssel in die Luft gesprengt hatten, sind identifiziert: Es handelt sich um das Brüderpaar Khalid und Ibrahim E. Das berichtete der belgische Sender RTBF am Mittwoch. Der IS hatte sich zu den Anschlägen auf den Flughafen und eine U-Bahn-Station bekannt. Dabei waren am Dienstag mindestens 34 Menschen getötet und etwa 230 weitere verletzt worden.

In Gedenken an die Opfer rief die Regierung eine dreitägige Staatstrauer aus. In der Brüsseler Innenstadt legten Menschen am Abend Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Die Brüsseler Regionalregierung rief zu einer Schweigeminute am Mittwochmittag auf. Aus Solidarität mit den Opfern wurden zudem am Abend Wahrzeichen europäischer Hauptstädte in den Nationalfarben Belgiens angeleuchtet, darunter das Brandenburger Tor in Berlin und der Pariser Eiffelturm.

Eine eindeutige Verbindung zu den Terroranschlägen vom 13. November in der französischen Hauptstadt konnten die belgischen Ermittler zunächst nicht herstellen, wie Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw erklärte. Erst am Freitag war in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek Salah Abdeslam festgenommen worden. Dieser soll an der Pariser Anschlagsserie mit 130 Toten maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Auf die Spur nach Schaerbeek führte die Ermittler einem Medienbericht zufolge ein Taxifahrer. Der Mann habe dort drei Männer von einer Wohnung abgeholt und zum Flughafen gefahren, berichtete der Sender VRT. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Fahrgäste sich nicht mit dem Gepäck helfen lassen wollten.

Die Polizei veröffentlichte ein Bild einer Flughafen-Überwachungskamera, das drei Männer zeigt. Zwei von ihnen sprengten sich nach Angaben von Innenminister Jan Jambon als Selbstmordattentäter in die Luft. Die Bombe des dritten Mannes explodierte jedoch nicht. Nach ihm werde gefahndet, sagte Jambon dem US-Sender CNN.

Örtlichen Behörden zufolge zeigen Bilder der Videoüberwachung auch, wie einer der Verdächtigen einen Gepäckwagen in der Ankunftshalle plötzlich stehen lässt und wegläuft. Das Trio hatte sich demnach kurz nach seiner Ankunft am Flughafen getrennt und in der Abflughalle verteilt. Unklar blieb, ob der Anschlag in der U-Bahn-Station Maelbeek ebenfalls ein Selbstmordattentat war oder ob eine Bombe explodierte.

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel sagte, die Sicherheitskräfte wappneten sich gegen weitere Bluttaten. Am Abend fuhren laut Nachrichtenagentur Belga Militärfahrzeuge mit schwerbewaffneten Soldaten am Flughafen vor, um das Areal zu sichern.

Der Flugverkehr soll frühestens am Donnerstag wieder aufgenommen werden können. In Schaerbeek hob die Polizei am frühen Mittwochmorgen eine Sicherheitszone auf, die für die Durchsuchungen eingerichtet wurde. Anwohner konnten in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.

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