Nahe Flughafen festgehalten
Saddam-Getreuen in US-Lager geht es schlecht

Einem ehemaligen Gefangenen zufolge leben Saddams Helfer in Zelten.

HB BAGDAD/KAIRO. Die von der US-Armee am Flughafen von Bagdad festgehaltenen Getreuen von Saddam leben demnach zum Teil unter schwierigen Bedingungen. Der ehemalige Parlamentssprecher Saadun Hammadi sei inzwischen so krank, dass er von den Amerikanern regelmäßig zur Behandlung in Krankenhäuser außerhalb des Lagers gebracht werde, sagte der Ex-Häftling, der anonym bleiben wollte, am Sonntag der dpa in Bagdad.

Er erklärte, er sei von US-Truppen nach einer Prügelei in Bagdad festgenommen und für zwei Wochen zu 25 anderen Männern in ein Zelt in der Haftanstalt am Flughafen gesperrt worden. „Es war Nacht, als ich in das Zelt gebracht wurde, und als ich im Morgengrauen die Gesichter der anderen sehen konnte, war ich schockiert, weil ich einige von ihnen aus dem Fernsehen kannte“, sagte er. Mit ihm im Zelt hätten unter anderem der ehemalige Industrieminister Adnan el Aani sowie hochrangige Angehörige von Spezialeinheiten des früheren Regimes gesessen. Sie hätten lange Bärte und schmutzige Kleidung getragen.

Hammadi, der in einem benachbarten Zelt untergebracht gewesen sei, habe besonders schlecht ausgesehen. Auch Neffen von Saddam Hussein seien in dem Lager untergebracht. Die Gefangenen erhielten ausreichend Nahrung und Wasser, sie müssten allerdings auf dem Boden schlafen, sagte der Mann. Auch sei es im Sommer in den Zelten extrem heiß geworden.

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