Naher Osten
Angriff auf militante Palästinenser

Die israelische Armee hat bei einem Luftangriff auf militante Palästinenser im südlichen Gazastreifen nach Angabe von Ärzten sechs Menschen getötet, darunter ein Anführer der Extremisten sowie dessen fünfjähriger Sohn.

HB RAMALLAH/GAZA. Mindestens zwölf weitere Menschen wurden bei dem Raketeneinschlag am Freitagabend zudem verletzt, wie die Mediziner sagten. Getroffen wurde demnach ein Auto der Extremisten, als dieses gerade ein Ausbildungslager verließ. Abgesehen von dem Jungen seien die Todesopfer Mitglieder des Volkswiderstandskomitees gewesen. Die Gruppe soll dafür verantwortlich sein, häufig selbst gebastelte Raketen auf Israel abzufeuern. Der getötete Anführer hatte den Angaben zufolge seinen Sohn sowie seine Tochter in das Lager mitgenommen, damit sie bei der Ausbildung der Extremisten zuschauen konnten. Ob das Mädchen zu den Verletzten zählte, war zunächst nicht klar. Seit fünf Monaten war es zu keinem vergleichbar folgenschweren Luftangriff Israels gekommen.

Die israelische Armee bestätigte den Angriff auf das Fahrzeug nahe der Stadt Rafah an der Grenze zu Ägypten. In dem Auto hätten „mehrere Terroristen“ gesessen, hieß es. Ob Zivilisten zu Schaden gekommen seien, werde geprüft. Der bewaffnete Arm der Hamas, die erst vor kurzem die Palästinenser-Regierung übernommen hatte, sprach von einem Verbrechen und drohte mit Vergeltung in den kommenden Tagen. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und Regierungschef Ismail Hanija verurteilten den Angriff ebenfalls.

Palästinenser kritisieren Hilfe-Stopp

Die beiden palästinensischen Politiker haben zudem den Stopp der EU- und US-Finanzhilfen kritisiert. „Das Problem ist, dass sie das palästinensische Volk, die palästinensischen Bürger und die palästinensischen Familien bestrafen. Niemand kann so eine Art der Bestrafung akzeptieren“, sagte Abbas am Freitag. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, Verständnis zu zeigen und die Hilfen fortzusetzen. Ministerpräsident Hanija, der die Regierung erst kürzlich nach dem Wahlsieg der Hamas übernommen hatte, sagte, das Aussetzen der Zahlungen sei ungerecht. Die Entscheidung sei „eine Bestrafung des palästinensischen Volkes für seine demokratische Wahl“.

Nach der Europäischen Union hatten am Freitag auch die USA ihre Finanzhilfen an die von der radikalen Hamas geführte Regierung der Palästinenser bis auf weiteres ausgesetzt. Die Hamas wird international als Terror-Organisation eingestuft, da sie sich der Zerstörung Israels verschrieben hat. Sie wird für dutzende Selbstmordanschläge auf Israelis verantwortlich gemacht. Das Staatsoberhaupt Abbas steht der gemäßigten Fatah-Bewegung voran. Diese erkennt die Existenz Israels an, spielt aber in der Palästinenser-Regierung keine Rolle mehr.

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