Naher Osten: Hamas und Fatah wollen offenbar Versöhnung umsetzen

Naher Osten
Hamas und Fatah wollen offenbar Versöhnung umsetzen

Die säkulare Fatah und die radikalislamische Hamas machen wohl Fortschritte bei ihrem Versöhnungsabkommen. Nach Gesprächen soll wohl Taten folgen. Israels Ministerpräsident kritisiert die Gespräche dagegen scharf.
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KairoDie Palästinenser-Fraktionen Fatah und Hamas haben nach ägyptischen Angaben Fortschritte auf dem Weg zu einer Aussöhnung erzielt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Hamas-Chef Chaled Meschaal hätten sich bei ihren Gesprächen in Kairo auf die weitere Umsetzung des Versöhnungsabkommens verständigt, erfuhr Reuters aus ägyptischen Vermittlerkreisen in Kairo.

„Es wurde vereinbart, dass beide Seiten unverzüglich mit der Umsetzung der zuvor getroffenen Vereinbarungen beginnen“, sagte ein ägyptischer Diplomat. Aus der Delegation von Fatah-Chef Abbas hieß es, die Gespräche seien in guter Atmosphäre verlaufen und sollten fortgesetzt werden. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Die säkulare Fatah und die radikalislamische Hamas hatten sich 2007 nach der Machtübernahme der Hamas im Gaza-Streifen blutige Kämpfe geliefert. Im Mai 2011 hatten sie sich unter ägyptischer Vermittlung im Grundsatz auf eine Aussöhnung verständigt, deren Umsetzung aber stockt. Während die Fatah unter Bedingungen zu Friedensverhandlungen mit Israel bereit ist, schwört die Hamas weiter die Vernichtung Israels.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Aussöhnungsgespräche scharf kritisiert. „Sie suchen nach einer Vereinigung zwischen Fatah und den Terroristen, die den Staat Israel zerstören wollten und die Raketen auf unsere Städte geschossen haben“, sagte er am Mittwoch mit Blick auf die jüngste Eskalation, in deren Verlauf die Hamas im November Hunderte Raketen auf Israel gefeuert und erstmals auch Tel Aviv und Jerusalem angegriffen hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ²Versöhnung" heißt: Hamas schluckt Fatah

  • Gibt es einen verfahrenen Konflikt als den Nahostkonflikt? Wir haben uns doch schon längst an den Gedanken seiner Unlösbarkeit gewöhnt, und vermeintliche Versuche zu seiner Lösung, ganz gleich von welcher Seite sie kommen, haben höchstens noch das Aufregungspotential einer gefühlt 1000. Wiederholung von "Dinner for One". Für eine friedliche Lösung bräuchte es Männer (oder Frauen) an den Schaltstellen der Macht, die bereit sind aus dem eigenen Schatten herauszutreten, wie zuletzt im Jahre 1993 Yassir Arafat und Yitzhak Rabbin. Das liegt 20 Jahre zurück. Netanjahu ist nicht so ein Mann. Er ist der Stellvertreter einer Mehrheit (?), die resigniert nach dem Prinzip "Divide et impera" einen trügerischen Status quo glaubt verwalten zu können, den es in der Geschichte nie und nirgends gibt. Nach dem arabischen Frühling sind die Versöhnungsgespräche zwischen Fatah und Hamas ein weiteres, deutliches Zeichen, dass tektonische Platten unaufhaltsam in Bewegung geraten sind. Dass Israel unter Netanjahus Führung alles Erdenkliche getan hat, zuletzt durch die Verschärfung der Siedlungspolitik, um der gemäßigten Fatah im Wettbewerb mit der radikaler ausgerichteten Hamas um eine zukunftsweisende Politik gegenüber Israel die Trümpfe aus der Hand zu schlagen, wird bei dem Ausgleich dieser palästinensischen Parteien wohl eine Rolle spielen, die Netanjahu nicht gefallen kann. Deshalb diese Versöhnung zu kritisieren wie auch sich und Israel selbst jegliche Beteiligung an Schritten zu versagen, die auf eine Versöhnung hinzielen, treibt das Land nur weiter in eine gefährliche Sackgasse und zunehmende internationale Isolierung. Schalom Achschaw!

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