Naher Osten
Israel bombardierte Waffenkonvoi im Sudan

Mit einem spektakulären Luftangriff soll Israel im Sudan einen Waffenkonvoi angegriffen haben, der für die radikal-islamische Hamas im Gazastreifen bestimmt war. Jetzt hat Premier Ehud Olmert den Bericht des amerikanischen TV-Senders CBS indirekt bestätigt.

KHARTUM/TEL AVIV. Der Konvoi sei im Januar in Richtung Ägypten unterwegs gewesen. Von dort hätten die Raketen durch Tunnels nach Gaza geschleust werden sollen. Die israelische Regierung hat die Meldung zwar nicht kommentiert. Premier Ehud Olmert hat den Angriff aber indirekt bestätigt. Um den Terror zu stoppen, greife Israel jede Bedrohung an jedem Ort an, "nah und fern", sagte er am Rande einer Konferenz.

Ein sudanesisches Onlineportal zitiert einen sudanesischen Staatsminister mit der Aussage, eine "größere Macht" habe einen mit Waffen beladenen Kleintransporter gebombt und zerstört. Dabei seien mehrere Menschen getötet worden. Israelische Militärexperten gehen davon aus, dass die CBS-Meldung richtig ist. Die Attacke soll dem Transport iranischer Mittelstreckenraketen gegolten haben. Diese hätten es der Hamas ermöglicht, Tel Aviv anzugreifen. Deshalb habe Israel ein hohes Risiko in Kauf genommen, um das 1400 Kilometer entfernte Ziel anzugreifen.

Die Aktion sei mit den USA abgesprochen worden. Mitte Januar hatten Israel und die USA gemeinsame Anstrengungen vereinbart, um den Waffenschmuggel aus dem Iran in den Gazastreifen zu unterbinden. Die Geheimdienste würden sich Informationen auch über den Sudan austauschen, hieß es damals. Der Sudan hat aufgrund seiner geografischen Lage und des pro-iranischen Regimes von Omar Baschir eine Drehscheibenfunktion für den Waffenschmuggel des Regimes in Teheran.

Israel wirft Iran vor, mit Hilfe von Verbündeten in Sudan, Eritrea und Ägypten Waffen und Raketen in den Gazastreifen zu schmuggeln. Der Angriff auf den Konvoi wird von Experten im Rahmen einer neuen Strategie Israels gegen den Terror gesehen. Dessen Militärstrategen würden zunehmend auf den langen Arm der Luftwaffe setzen. So hat diese auch mehrere Ziele in Syrien angegriffen, darunter einen im Bau befindlichen Atomreaktor und den "Generalstabschef" der Hisbollah, Imad Fayez Mughniyah. Andere Experten sehen in der Sudan-Operation Anzeichen dafür, dass die israelische Luftwaffe auch Nuklearanlagen im Iran angreifen könnte.

Anders als im Sudan würde eine Staffel zwar nicht genügen. Aber Mossad-Chef Meir Dagan setze seit sieben Jahren die Kapazitäten seines Geheimdienstes voll auf den Iran an, sagt der Militärexperte Ronen Bergman der Tageszeitung "Yedioth Achronot". Das trage jetzt Früchte, so Bergman. Geheimdienstexperten betonen vor allem die offenbar exakten Informationen der Luftwaffe über das bewegliche Ziel. Vom Start in Israel bis zum Abwerfen der Bomben im Sudan würden fünf Stunden vergehen. "Man muss wissen, was in dieser Zeit geschieht," meint der ehemalige Luftwaffenchef Avihu Ben-Nun.

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