Naher Osten: Israel fängt 50 Tonnen Waffen ab

Naher Osten
Israel fängt 50 Tonnen Waffen ab

Im Mittelmeer hat die israelische Armee ein mit 50 Tonnen Waffen beladenes Schiff abgefangen. Die Lieferung soll für die Hamas-Organisation bestimmt gewesen sein.
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Tel Aviv Eine israelische Spezialeinheit hat am Dienstag im Mittelmeer ein mit Waffen beladenes Schiff abgefangen. Die Waffenlieferung kam nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aus dem Iran und war für die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas-Organisation bestimmt. Nach Angaben der israelischen Armee hatte die „Victoria“ etwa 50 Tonnen Waffen an Bord, darunter auch Boden-See-Raketen, die Israels Marine gefährlich werden könnten. Auf dem Schiff sei auch eine Gebrauchsanweisung in persischer Sprache gefunden worden.

Die "Victoria" sei von Latakia in Syrien über Mersin in der Türkei auf der Fahrt nach Alexandria in Ägypten gewesen, teilte die israelische Armee am Dienstag in Tel Aviv weiter mit. Das unter liberianischer Flagge fahrende Schiff habe einen deutschen Eigentümer und gehöre zur Flotte eines französischen Unternehmens.

Netanjahu begründete das Kapern des Schiffes damit, dass ausreichend Beweise für einen Waffenschmuggel vorgelegen hätten. Diese Waffen hätten gegen Israel eingesetzt werden sollen, sagte Netanjahu nach einer Mitteilung seines Büros. Die „Victoria“ sei in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht gestoppt worden.

Wichtiger als die Ladung sei die Demonstration der Überlegenheit, jedes Schiff abfangen zu können, sagte Armeesprecher Avi Benajahu im israelischen Rundfunk. Er wäre nicht überrascht, wenn es eine Verbindung zu den beiden iranischen Kriegsschiffen gebe, die Ende Februar den Suez-Kanal passiert und Syrien besucht hatten.

Das Schiff wurde den Angaben zufolge rund 340 Kilometer vor der Küste Israels gestoppt. Die Besatzung habe keinen Widerstand geleistet. Das Schiff wurde zur Inspektion in den israelischen Hafen Aschdod gebracht. Die Türkei ist nach Angaben der israelischen Armee nicht in die Waffenlieferung verwickelt.

Israel hatte zuletzt am 3. November 2010 ein Schiff im Mittelmeer gestoppt. Die „Francop“ hatte nach israelischen Angaben 500 Tonnen Waffen aus dem Iran geladen. Diese seien für die pro-iranische Hisbollah im Libanon gedacht gewesen, hieß es damals.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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